Ernüchterung bei Bayer: Viel Aufwand, wenig Ertrag

Lars (l.) und Sven Bender (2.v.r.) mit Jonathan Tah und Lukas Hradecky (r.)

Ernüchterung bei Bayer: Viel Aufwand, wenig Ertrag

  • Bayer nach Pleite gegen Moskau mit dem Rücken zur Wand
  • Hradecky-Fehler sorgt für spielentscheidendes Tor
  • Leverkusen lässt nötige Effizienz vermissen

Karim Bellarabi sackte auf den Rasen. Dem Ex-Nationalspieler war die Enttäuschung über den Auftakt am Mittwoch (18.09.2019) mit Bayer Leverkusen in der Champions League anzusehen. Viel Aufwand, wenig Ertrag - auf diesen einfachen Nenner ließ sich das 1:2 (1:2) gegen Lokomotive Moskau bringen.

Bayers "Gastgeschenke" entscheiden Partie

Statt einen Pflichtsieg gegen die Moskowiter zu landen, stehen die Werkskicker schon mit dem Rücken zur Wand. Das Aus in der Gruppenphase droht, denn die kommenden Gegner heißen - jeweils auswärts - Juventus Turin und Atletico Madrid. Schon nach drei Partien können die Rheinländer hoffnungslos im Hintertreffen liegen. Vor allem die "Gastgeschenke", die Bayer verteilte, waren gegen Lok entscheidend.

Torwart Lukas Hradecky war die tragische Person. Sein missglückter Ball in die Füße von Dimitri Barinow (37.) verursachte nach dem 0:1 von Grzegorz Krychowiak (16.) und dem Ausgleich durch ein Eigentor des früheren Weltmeisters Benedikt Höwedes (25.) das entscheidende 1:2.

Tah nimmt Pechvogel Hradecky in Schutz

"Solche Fehler passieren immer wieder, und sie dürfen auch passieren", sagte Jonathan Tah. "Wir hätten das Spiel trotzdem gewinnen können. Lukas hat uns so oft gerettet. Jetzt hätten wir ihn mal retten können. Leider haben wir das nicht geschafft", sagte der Nationalspieler.

Jonathan Tah: "War möglich, wieder zurückzukommen"

Sportschau 19.09.2019 00:44 Min. Verfügbar bis 19.09.2020 Das Erste Von Daniela Müllenborn (WDR)

Denn der Torwartpatzer war nur einer von vielen individuellen Fehlern der Rheinländer. Sichtlich enttäuscht war auch Coach Peter Bosz: "Bei solchen Fehlern ist es schwierig, ein solches Spiel zu gewinnen."

80 Prozent Ballbesitz, 18:8 Torschüsse, 9:2 Ecken

Sportdirektor Simon Rolfes ergänzte: "Wir müssen eine Überraschung in den nächsten Spielen schaffen, das war heute ein Dämpfer." 80 Prozent Ballbesitz, 18:8 Torschüsse und 9:2 Ecken - in allen Statistiken lag Bayer vorn, nur bei den Toren nicht. Bayer ließ gegen Moskau die nötige Effizienz vermissen, schon das 0:4 in Dortmund hatte die Defizite der Leverkusener am vergangenen Samstag offenbart. Auch in der Königsklasse gegen Lok Moskau konnte der Bock nicht umgestoßen werden.

Ohne Höwedes' Schützenhilfe wäre die Bosz-Elf zum dritten Mal in Folge ohne eigenen Treffer geblieben. Hinten fehler- und konteranfällig, vorne ohne Esprit, Effektivität und Entschlossenheit. Probleme, die schnellstmöglich abgestellt werden müssen. Bosz ist gefordert, der nächste Gegner heißt am Samstag (15.30 Uhr) Aufsteiger Union Berlin. In der Verfassung von Mittwoch dürfte das für Bayer auch kein Selbstläufer werden.

Stand: 19.09.2019, 11:51