Bayer Leverkusen - Tormaschine mit Sand im Getriebe

Leverkusens Trainer Peter Bosz (l.) gibt Bayer-Spieler Wendell Anweisungen

Bayer Leverkusen - Tormaschine mit Sand im Getriebe

Von Julian Tilders

  • Völler prognostiziert "Endspiel" gegen Lokomotive Moskau
  • Manko bei Leverkusen: Effizienz in der Offensive
  • Bayer muss auf Havertz, Weiser und Amiri verzichten

Ein "Endspiel" nannte es Rudi Völler, Sportchef bei Bayer Leverkusen. Für das Spiel bei Lokomotive Moskau in der Champions League prophezeite er einen "heißen Kampf - trotz der Minusgrade". Leverkusen braucht am Dienstagabend (26.11.2019, 18.55 Uhr) einen Sieg mit zwei Toren Unterschied, um sicher auf Platz drei zu landen und das Minimalziel Europa League zu erreichen.

Denn das Hinspiel gegen den Hauptkonkurrenten aus Moskau ging mit 1:2 verloren, im direkten Vergleich ist der russische Klub bei gleicher Punktzahl (drei) bisher im Vorteil. Das Weiterkommen in der Champions League ist für Leverkusen nur noch theoretisch möglich, Juventus Turin (zehn Punkte) und Atlético Madrid (sieben) führen die Gruppe an.

Höhere Effizienz im Angriff muss her

Damit es mit dem Überwintern im europäischen Geschäft klappt, muss sich aber etwas tun - vor allem vorne. Es gab Fans und Experten, die vor der laufenden Spielzeit fast schon ehrführchtig von der Bayer-Offensive sprachen. Kreativität, Schnelligkeit, Technik - alles vorhanden. Auch Juwel Kai Havertz und die angriffslustige Ausrichtung von Trainer Peter Bosz ließen auf das große Offensiv-Spektakel hoffen, sowohl in der Bundesliga als auch in der Champions League.

Doch bei Bayer Leverkusen ruckelt es in beiden Wettbewerben in der Offensive, dem vermeintlichen Prunkstück. Mehr als genug Chancen werden herausgespielt, aber Bayer mangelt es an der nötigen Effizienz, wie zuletzt das 1:1 (1:1) gegen den SC Freiburg demonstrierte.

Völler: "Es ist fast wie ein Endspiel" Sportschau 25.11.2019 00:43 Min. Verfügbar bis 25.11.2020 Das Erste

Die Werkself zeigte Spielfreude, betrieb jedoch auch Chancenwucher. Bezeichnend: Der ansonsten sehr engagierte Torschütze Moussa Diaby vergab vor dem leeren Tor die Chance auf den Siegtreffer, nachdem er SC-Torwart Mark Flekken umkurvt hatte. Bayer ist mit 18 erzielten Toren in der Bundesliga nur Mittelmaß, acht Teams haben bislang mehr Tore geschossen. "Wir müssen natürlich effektiver sein", räumte Völler ein.

25 Teams in der Champions League gefährlicher

Und in der Königsklasse? Dort haben 25 von 32 Teams öfter getroffen als die Werkself (nur drei Tore). Damit befindet sich Leverkusen auf Augenhöhe mit Roter Stern Belgrad, Atalanta Bergamo und dem OSC Lille. Noch seltener trafen nur Slavia Prag, der FC Brügge (beide zwei Tore) und Galatasaray Istanbul (null).

Diaby empfiehlt sich, Havertz fällt aus

Es besteht ein Personal-Engpass: Havertz (Faserriss im Oberschenkel) und Mitchell Weiser (Bänderriss im Sprunggelenk) fehlen verletzt, Nadiem Amiri ist gesperrt, Julian Baumgartlinger (muskuläre Probleme) trat die Reise zwar an, sein Einsatz ist aber noch offen. "Ein paar Ausfälle im November haben andere auch. Das gehört dazu bei den vielen englischen Wochen", wollte Völler dies aber nicht als Ausrede gelten lassen.

Stand: 25.11.2019, 10:58