BVB gegen Barcelona am Scheideweg

Dortmund visiert sportlichen Neustart in Barcelona an Morgenmagazin 27.11.2019 01:05 Min. Verfügbar bis 27.11.2020 Das Erste

BVB gegen Barcelona am Scheideweg

Von Michael Buchartz

  • Dortmund am Mittwoch (27.11.2019) in Barcelona
  • Hinspiel endete mit torlosem Remis
  • Überzeugender Erfolg würde Ruhe bringen

"Lucien, du hast unser vollstes Vertrauen." Diesen Satz dürfte BVB-Trainer Lucien Favre auf der Jahreshauptversammlung des BVB am Sonntag und vor der Partie in der Champions League am Mittwoch in Barcelona (27.11.2019) zunächst einmal gerne gehört haben - den Nachsatz allerdings eher weniger: "Aber es ist auch eines klar: Am Ende ist Fußball auch immer über Ergebnisse definiert."

Vorbei scheint erst einmal die Geduld beim BVB mit den Favre'schen Argumentationslinien, alle Spieler verbessern zu wollen und sein stetiges Mantra: "Wir haben noch viel Arbeit." Favre darf also weitermachen, muss aber liefern. Ansonsten dürfte der Klub Konsequenzen ziehen.

Zwei Gesichter des BVB

Zu oft agierte die Borussia in dieser Saison nicht wie ein Top-Team. Für die Spitze fehlt vor allem eines: Konstanz. Entweder verspielten die Schwarz-Gelben leichtfertig Führungen, wie gegen Freiburg, Frankfurt oder Bremen in der Liga. Oder die Mannschaft zeigte, wenn überhaupt, nur 45 Minuten überzeugenden Fußball. Dafür gibt es ebenfalls genügend Beispiele: Köln, Paderborn sowie die Niederlagen gegen Bayern und Union.

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Auch das letzte Match in der Königsklasse gegen Inter Mailand zählt zu dieser Kategorie. Nach einem 0:2-Rückstand zur Pause lieferte Dortmund einen bärenstarken zweiten Durchgang ab. Das zeigt zwar, welch großes Potenzial im Kader der Borussia steckt. Aber genau in diesem Fakt liegt der größte Kritikpunkt an Favre: Er schafft es mit seinem Team zu selten, das Potenzial über die volle Spielzeit abrufen kann. Immer erst dann, wenn die Dortmunder Spieler kaum noch etwas zu verlieren haben, drehen sie nahezu unbeschwert und von vielen taktischen Fesseln gelöst, auf. Wie eben gegen Inter oder zuletzt auch gegen Paderborn.

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Favre und Borussia können es Kritikern zeigen

"Unser größtes Problem, ist, dass wir deutliche Formschwankungen haben. Wir analysieren aktuell, was wir tun können, dass sich das wieder auf einem höheren Niveau stabilisiert", legte auch BVB-Boss Watzke den Finger in diese Wunde. Allerdings kämpft auch Barcelona mit durchwachsenen Leistungen, ist allerdings trotzdem Spitzenreiter in Spanien. Anders als der BVB gewinnen die Spanier an schlechteren Tagen noch relativ oft - wie ein Spitzentam eben.

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Noch kann die Borussia die Ziele erreichen: Im Pokal sind die Dortmunder noch dabei, in der Königsklasse liegt der BVB derzeit nur einen Zähler hinter Barcelona auf Rang zwei der Tabelle. Nur in der Bundesliga benötigt das Team so langsam einen Lauf, soll es was werden mit den vorderen Plätzen.

Fehlen werden in Spanien die Angreifer Jacob Bruun Larsen und Paco Alcacer sowie Mittelfeldspieler Thomas Delaney. "Wir müssen mutig sein und mit Vertrauen spielen", sagte Kapitän Marco Reus: "Und wir müssen leiden."

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Stand: 26.11.2019, 13:06