BVB-Frust nach Rekord-Pleite: Kein "Feuer unterm Dach"

Erling Haaland entschuldigt sich bei den BVB-Fans

BVB-Frust nach Rekord-Pleite: Kein "Feuer unterm Dach"

Die historische Abreibung in Amsterdam hinterlässt bei Borussia Dortmund mächtig Wirkung. BVB-Coach Marco Rose vermisste bei seinem Team in Sachen Einstellung und Körpersprache so ziemlich alles.

In der Abwehr desolat, im Aufbauspiel fahrig - das 0:4 (0:2) gegen Ajax Amsterdam glich für Borussia Dortmund phasenweise einer Lehrstunde. Das Ergebnis war letztlich so deutlich, dass die Spieler gar nicht erst versuchten, etwas schön zu reden. "Wir haben unsere Grenzen aufgezeigt bekommen. Diese Niederlage tut extrem weh", klagte etwa Julian Brandt. Ähnlich zerknirscht wie der Mittelfeldspieler wirkte Abwehrchef Mats Hummels: "Wir waren in allen Belangen die klar schlechtere Mannschaft."

Auch bei Erling Haaland saß der Frust über die eines Bundesliga-Spitzenteams unwürdige Vorstellung tief. Der Ausnahmestürmer hob nach dem Abpfiff entschuldigend die Hände und bat die enttäuschten BVB-Fans inständig um Verzeihung. Es dürfte allerdings ein wenig dauern, bis die Anhänger die höchste Niederlage in der Dortmunder Champions-League-Geschichte verdaut haben.

Rose nimmt Führungsspieler in Schutz

Doch woran hat es gelegen, dass sich die Borussia in Amsterdam scheinbar wehrlos ihrem Schicksal ergab? Haben die Führungsspieler versagt? "Nein", sagt BVB-Coach Marco Rose. "Unser Kapitän geht seit Wochen voran", stellte Rose mit Blick auf Marco Reus klar. "Er ist auch heute bis zum Letzten gegangen." Dass der Nationalspieler mit seinem Eigentor (11.) die Niederlage einleitete, passte jedoch zum gebrauchten Abend für den BVB.

Auch an Haaland, der gegen die Niederländer kaum zu sehen war, wollte Rose die Niederlage nicht festmachen. Schließlich hatte der Norweger gegen stark verteidigende Hausherren einen schweren Stand. Er war vorne beinahe auf sich allein gestellt, kaum ein Pass erreichte ihn. Dennoch hatte Haaland die beste Dortmunder Chance der Partie, scheiterte nach starkem Hummels-Pass aber an der Latte.

"Ein Kimmich rastet aus"

Es war vielmehr die Einstellung seiner Profis, die Rose gehörig gegen den Strich ging. "Man muss in jedem Moment zeigen, dass man dran glaubt, das Spiel noch gewinnen zu können", forderte der Trainer und zog als Beispiel den FC Bayern heran: "Ein Joshua Kimmich rastet beim Stand von 0:2 aus, und dann ist da Feuer unterm Dach." Bei seinem Team sei die Körpersprache dagegen schon zur Halbzeit so gewesen, als sei man "komplett raus aus der Partie".

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Sportschau 19.10.2021 02:45 Min. Verfügbar bis 19.10.2022 ARD Von Jan Wochner


Ob die Schlappe in der Johan-Cruyff-Arena bei der Borussia einen folgenschweren Knacks für den weiteren Saisonverlauf verursacht hat, werden erst die nächsten Spiele zeigen. Zumindest aber gab Reus zu: "Es stand nicht auf dem Plan, dass wir hier so untergehen." Das sah auch Rose so und kündigte für die zwei Wochen bis zum erneuten Aufeinandertreffen mit dem niederländischen Rekordmeister in Dortmund auch schon mal "Arbeit an allem" an.

cl | Stand: 20.10.2021, 10:44