Borussia und das Déjà-vu mit der eigenen Führung

Enttäuschung bei den Dortmundern Marcel Schmelzer (l.) und Lukasz Piszczek nach dem Abpfiff gegen Hoffenheim.

Borussia und das Déjà-vu mit der eigenen Führung

  • BVB gibt in drei Partien in Serie eine Führung aus der Hand.
  • Vorsprung auf die Bayern schmilzt auf fünf Punkte.
  • Reus auch gegen Tottenham und Nürnberg nicht dabei.

Lange Zeit famos, am Ende jedoch fahrlässig - der bisher konstante Liga-Primus aus Dortmund zeigt erstmals in dieser Saison Nerven. Beim denkwürdigen 3:3 (2:0) gegen Hoffenheim verspielte der BVB am Samstag (09.02.2019) selbst ein 3:0 - und damit zum dritten Mal binnen einer Woche eine Führung.

Von Warnsignalen, dass es dem Team im Titelkampf an Reife mangeln könnte, wollte Sebastian Kehl dennoch nichts wissen. "Wir waren im Erfolgsfall ruhig und werden das wieder hinkriegen. Jetzt schütteln wir uns und gehen am Mittwoch unseren Weg weiter", sagte der Leiter der Lizenzspielerabteilung vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League (21 Uhr) bei Tottenham Hotspur.

Der nachfolgende Versprecher Kehls, "dass man sich die Niederlage selbst anzukreiden" hätte, spiegelte den Frust beim Tabellenführer jedoch wider. Mit dem unnötigen Fauxpas wächst der Druck. Schließlich nutzte Verfolger FC Bayern wenige Stunden später die Gunst der Stunde und verkürzte mit dem 3:1 über Schalke den Rückstand auf den Spitzenreiter auf fünf Zähler.

In drei Partien eine Führung weggegeben

Für die Borussia war es ein unliebsames Déjà-vu-Erlebnis. Am vergangenen Wochenende musste sie sich in Frankfurt nach einem 1:0 und vielen Chancen mit einem 1:1 begnügen. Beim Pokal-Aus am Dienstag gegen Bremen (2:4 i.E.) wurde selbst eine zweimalige Führung in der Verlängerung noch verspielt.

Weigl: "Klar ist das eine gefühlte Niederlage"

Sportschau | 09.02.2019 | 01:36 Min.

Co-Trainer Edin Terzic, der den grippekranken BVB-Chefcoach Lucien Favre am Samstag vertrat, weiß um diese Schwäche: "Es ist ärgerlich, dass man dreimal innerhalb von sieben Tage eine Führung aus der Hand gibt. Aber: Wir haben eine sehr junge Mannschaft, der wir Fehler zugestehen. Das wollen wir in Angriff nehmen, um stabiler zu sein." Auch alle Versuche seines Chefs Favre, den Titeldämpfer zur Unzeit mit telefonischen Anweisungen aus dem heimischen Krankenzimmer noch abzuwenden, schlugen fehl.

Reus gegen Tottenham und Nürnberg nicht dabei

Neben Favre wurde auch Marco Reus schmerzlich vermisst. Den für seine Verletzungsanfälligkeit bekannten Kapitän hat es nach einer stabilen Hinserie wieder erwischt. In zwei der vier bisherigen Rückrundenspiele war er nicht dabei und droht wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel noch länger auszufallen.

Live-Reportage: Hoffenheim und Freiburg treffen zeitgleich zum 3:3

WDR 2 | 09.02.2019 | 01:28 Min.

Zumindest sein Einsatz im Duell am Mittwoch mit Tottenham Hotspur und am kommenden Montag in Nürnberg scheint gefährdet. Beim Training am Sonntagmorgen war Reus - wie Favre - nicht dabei. Immerhin kehrte Abwehrchef Manuel Akanji nach langer Zwangspause wieder zurück.

Stand: 10.02.2019, 13:06