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"Schockiert und aufgewühlt": BVB-Beschwerde nach Rassismus-Vorfall

Stand: 06.10.2022, 13:55 Uhr

Borussia Dortmund hat bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) wegen eines Rassismus-Vorfalls im Spiel der U19 beim FC Sevilla in der Youth League Beschwerde eingereicht.

"Wir haben das hinterlegt", sagte Lars Ricken, Direktor des Nachwuchsleistungszentrums, am Donnerstag. "Die Jungs waren schockiert und aufgewühlt. Passieren wird aber wohl nichts, denn der Schiedsrichter hat nichts gehört oder bemerkt."

Der BVB-Spieler Abdoulaye Kamara (Guinea) war in der ersten Halbzeit von Gegenspielern wiederholt rassistisch beleidigt worden. Das Team und die Trainer entschieden in der Pause gemeinsam, das Spiel fortzusetzen. Es endete 1:1. Ricken kündigte für die Zukunft an, noch entschlossener zu handeln.

Ricken: "Wir werden das Feld verlassen"

"Sollte es im Rückspiel am Dienstag oder einem anderen Spiel erneute Vorfälle dieser Art geben, werden wir das Feld verlassen", sagte er: "Und zwar nicht beim dritten, sondern beim ersten Mal. Sowas ist nicht zu tolerieren."

Trainer Tullberg: "Mir fehlen die Worte"

Auch der Trainer des Teams war nach der Partie entsetzt. "Das Ergebnis rückt heute in den Hintergrund, weil wir wieder hier stehen und über rassistische Äußerungen vom Gegner sprechen müssen. Heute haben wir erneut mehrere Situationen mit Beleidigungen der Hautfarbe und Geräuschen erlebt. Da fehlen mir die Worte", sagte BVB-Coach Mike Tullberg den "Ruhr Nachrichten".

Quelle: sid/dpa