Ein enttäuschter Maxim Leitsch

Bochums Maxim Leitsch - Pechvogel und Hoffnungsträger in einer Person

Stand: 03.03.2022, 11:50 Uhr

Ende, aus, vorbei. Die Pokalträume des VfL Bochum sind jäh geplatzt. Ein kapitaler Fehler des eigentlich stark spielenden Maxim Leitsch nur Sekunden vor Ende der Verlängerung brachte die Bochumer um den ersten Halbfinaleinzug seit 34 Jahren.

Im Duell Bochum gegen den SC Freiburg lief die 120. Spielminute. Alles schien angerichtet für ein Elfmeterschießen. Doch als die Trainer im Kopf wohl schon ihre Schützen durchgingen, passierte es: Leitsch misslang ein Rückpass zu Torwart Manuel Riemann komplett. Starr vor Schreck mussten die VfL-Fans mit ansehen, wie der Freiburger Rolland Sallai sich den Ball ersprintete und das entscheidende 2:1 für den Sportclub erzielte.

VfL Bochum gegen SC Freiburg - die Tore

Sportschau 02.03.2022 03:23 Min. Verfügbar bis 02.03.2023 Das Erste

Aufmunterung von allen Seiten

Die Enttäuschung über das bittere Ausscheiden im DFB-Pokal war Trainer Thomas Reis nach Abpfiff deutlich anzumerken. "Das ist die letzte Aktion. Nimm die Kugel, schieß sie über das Stadion - dann wäre alles geregelt gewesen", analysierte der Coach am "Sky"-Mikrofon die entscheidende Szene.

Lange böse sein konnte er seinem Innenverteidiger aber nicht: "Fehler passieren. 'Leitschi' spielt eine tadellose Saison, er wird an diesem Fehler wachsen und gestärkt hervorgehen."

Auch VfL-Angreifer Sebastian Polter nahm Leitsch nach seinem Patzer in Schutz: "Jeder macht Fehler. Wir stehen als Mannschaft auf dem Platz, das hat uns in den letzten Monaten stark gemacht." Doch weder der Zuspruch von Trainer und Mitspielern noch die aufmunternden Sprechchöre der heimischen Fans konnten den Pechvogel aufmuntern.

Bochum braucht Leitsch in Topform

Reis muss seinen Spieler nun in Rekordzeit wieder aufrichten. Denn schon am Samstag kommt es in der Bundesliga zum wichtigen Duell mit Mit-Aufsteiger Greuther Fürth. Angesichts des immer besser in Fahrt kommenden Gegners braucht der Revierklub einen frei aufspielenden Leitsch. Denn eigentlich ist das 23 Jahre alte Eigengewächs dafür bekannt, mit großer Ruhe und Sicherheit seiner Arbeit nachzugehen.

Deutlich mehr Sorgen als um Leitsch dürfte sich Trainer Reis aktuell aber ohnehin um Jürgen Locadia machen. Der Stürmer klagte nach dem Pokalspiel über Rückenschmerzen und musste noch in der Nacht ins Krankenhaus gebracht werden. Zwar steht eine genaue Diagnose noch aus, zumindest gegen Fürth dürfte der Niederländer aber wohl ausfallen.

Heimbilanz macht Hoffnung

Nun soll ein Sieg gegen das Tabellenschlusslicht die Stimmung an der Castroper Straße wieder etwas aufhellen, denn das Pokal-Aus war für Bochum bereits der zweite Nackenschlag binnen kürzester Zeit. Auch wenn die 0:1-Heimniederlage gegen RB Leipzig am vergangenen Wochenende nicht überraschend kam, war sie aufgrund der vielen vergebenen Chancen ebenfalls äußerst unglücklich.

Mut sollte dem Aufsteiger seine beachtliche Blanz im eigenen Stadion machen: 21 ihrer 29 Punkte holten die Bochumer daheim und kassierten dabei nur elf Gegentore. Wenn gegen Fürth kein weiteres dazu kommt, dürfte das auch Innenverteidiger Leitsch - zumindest ein kleines bisschen - versöhnen.

Quelle: cl