Beierlorzer kämpft in Köln gegen Anfang-Vergleich

Achim Beierlorzer

Beierlorzer kämpft in Köln gegen Anfang-Vergleich

Von Cora Lanzerath

  • Beierlorzer: (k)ein zweiter Anfang
  • Zwei erfolgreiche Spielzeiten mit Regensburg
  • Erwartungshaltung in Köln vergleichsweise niedrig

Achim Beierlorzer ist neuer Trainer beim 1. FC Köln. Die Begeisterung über diese Personalie hielt sich bei vielen Fans in Grenzen. Zu groß scheinen die Parallelen zu seinem Vorgänger Markus Anfang.

Kleiner Klub, kleiner Name

Tatsächlich erinnert auf den ersten Blick einiges an den einstigen Kiel-Trainer. Genau wie Anfang hat Beierlorzer sehr erfolgreich bei einem kleineren Klub gearbeitet, verfügt aber über keinerlei Erstligaerfahrung. Sein Name ist außerhalb von Regensburg nur den Wenigsten bekannt. Und wieder hat Köln für den Coach eine Ablöse bezahlt.

Guckt man jedoch genauer hin, ist Beierlorzer ein ganz anderer Trainertyp als sein Vorgänger. "Achim hat starke Führungsqualitäten und ist sehr integrativ, indem er viel kommuniziert", erklärte FC-Sportchef Armin Veh. Worte, die auch als Seitenhieb gegen Anfang und sein Team verstanden werden dürfen. Denn der 44-Jährige schaffte es nie, die Mannschaft zu einen und hinter sich zu versammeln. Am Ende war das wohl auch der Grund, warum der gebürtige Kölner beim FC scheiterte.

Beierlorzer, der Pädagoge

Für den gelernten Pädagogen Beierlorzer dagegen steht der Teamgedanke über allem. "Auch als Lehrer habe ich mich als Dienstleister für den Schüler verstanden. Vorher war es Mathematik und Sport - jetzt ist es halt Fußball", sagte er in einem Interview mit dem "Donaukurier".

Doch Kommunikation alleine wird in der Bundesliga nicht reichen. Vielmehr wird es darauf ankommen, wie gut er der Mannschaft sein Konzept vermitteln kann und wie weit er bereit ist, dieses auf das vorhandene Personal anzupassen. Wie wichtig vor allem der letzte Punkt ist, weiß man in Köln nicht erst seit Markus Anfang. Vor ihm scheiterten mit Uwe Rapolder und Stale Solbakken schon andere Trainer, weil sie stur an ihrem System festhielten.

Beierlorzer lässt intensiven Fußball spielen. Taktisch flexibel, aber immer offensiv ausgerichtet. In Regensburg ging dieser Plan voll auf. Trotz geringer finanzieller Mittel beendete er mit dem Jahn die letzten beiden Spielzeiten auf einem einstelligen Tabellenplatz.

Irgendwie die Klasse halten

Jetzt darf sich Beierlorzer erstmals in der Bundesliga beweisen. Sein Auftrag ist klar: Mit dem 1. FC Köln die Klasse halten. Zwar scheint dies angesichts der zuletzt gezeigten Leistungen keine leichte Aufgabe zu werden, dafür muss Beierlorzer aber auch nicht mit übertriebenen Erwartungshaltungen kämpfen: Wurde Anfang selbst nach Siegen häufig für die maue Spielweise oder das zu niedrige Ergebnis kritisiert, dürften die Fans in der kommenden Saison auch knappe und glückliche Siege ausgiebig bejubeln.

Sportschau in 100 Sekunden

Sportschau 100 Sekunden 13.05.2019 01:44 Min. ARD

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Stand: 15.05.2019, 12:52