Leverkusen spricht wieder von der Königsklasse

Jubel bei Bayer Leverkusen mit Leon Bailey (l.)

Leverkusen spricht wieder von der Königsklasse

  • Vierter Sieg in Serie für Bayer Leverkusen
  • Champions League wieder in Reichweite
  • Kicker: Bayer 04 ist Mannschaft der Liga

Der Aufschwung bei Bayer Leverkusen hat mehrere Gesichter: Eines davon ist Leon Bailey. Der Jamaikaner galt im vergangenen Sommer als umworbenster Spieler der Bundesliga, die kolportierten Angebote von Branchengiganten wie FC Bayern oder Paris St. Germain bewegten sich im Bereich von 60 Millionen Euro. In der verkorksten Hinrunde der Leverkusener geriet aber auch Bailey in ein tiefes Leistungsloch, fand sich sogar auf dem Abstellgleis wieder.

Unter dem neuen Coach Peter Bosz ist nun auch der kriselnde Flügelflitzer wieder aufgeblüht, erst traf er beim 3:1-Erfolg gegen den FC Bayern, am Sonntagabend (17.02.2019) erzielte er den spielentscheidenden zweiten Treffer beim 2:0-Erolg gegen Fortuna Düsseldorf und belohnte sich für seine Einsatzfreude.

Medien feiern Bayer 04: "Mannschaft der Stunde"

Anders als unter Heiko Herrlich hat auch Bailey wieder das Vertrauen des Trainers. Der Coach ist mit Sicherheit eine weitere tragende Säule der Leverkusener Aufholjagd. Nach dem vierten Sieg in Serie, der die Leverkusener auf einmal wieder in die Reichweite der Champions-League-Plätze geführt hat, wurde der Niederländer in den lokalen Medien gefeiert: "Bosz ist der Beste", schrieb die Bild-Zeitung, der Kicker verkündete, in seiner Nebenfunktion als Amtsblatt der Fußballbranche: "Bayer Leverkusen ist in der Bundesliga das Team der Stunde ".

Beeindruckend war nicht nur die Dominanz gegen den bislang sehr unbequemen und wehrhaften "Favoritenschreck" aus Düsseldorf, mit 84 Prozent Ballbesitz und 1053 gespielten Pässen - gegenüber 188 aufseiten der Gäste.

Kai Havertz: "Champions League Platz ist unser Ziel"

Sportschau 17.02.2019 01:17 Min. Verfügbar bis 17.02.2020 ARD

Neben dem wiederentdeckten spielerischen Potenzial gehören vor allem Geduld und Ruhe zu den unter Bosz hinzugewonnen Tugenden der Werkself, wie auch Julian Brandt nach dem dominant herausgespielten Sieg gegen Düsseldorf gegenüber der Kölnischen Rundschau bemerkte: "Wir haben nach dem 2:0 auch vorausschauend gespielt, anstatt unbedingt auf das 3:0 oder 4:0 zu gehen."

Das Team würde sich stets weiterentwickeln, bekräftigte Brandt - und ging der Frage nur indirekt aus dem Weg, ob dies unter Bosz-Vorgänger Heiko Herrlich nicht mehr möglich gewesen sei.

Gedanken an die Champions League

Auch Bosz zeigte sich "sehr zufrieden" mit der Gesamtleistung, überhaupt zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt, und freute sich vor allem über die stabile Defensive und Balance im Spiel - die vermeintliche Achillesferse im taktischen Konzept des Niederländers, der beim BVB noch krachend gescheitert war. "Das haben wir hervorragend gemacht", lobte Bosz das souveräne Gegenpressing seiner Mannschaft, die nach dem torlosen Remis in der Europa League bei Krasnodar erneut kein Gegentor kassiert hat.

International ist nun auf einmal wieder die ganz große Bühne ein Thema - auch wenn der Trainer nach dem Sieg gegen Düsseldorf jeden Gedanken an die Champios League klar verneinte. Seine Spieler sind da schon weiter: "Wir sind noch einen Platz von der Champions League entfernt, natürlich ist das unser Ziel", sagte Kai Havertz. "Wir spielen noch gegen Leipzig, gegen Dortmund. Wir haben alle Möglichkeiten."

Stand: 18.02.2019, 10:45