Leverkusen kontert sich aus der Krise

Kevin Volland von Bayer Leverkusen jubelt

Leverkusen kontert sich aus der Krise

Von Bastian Hahne

  • Leverkusen beendet Krise mit zwei Kantersiegen
  • Neuorientierung hin zum Konterfußball
  • Bellarabi meldet sich spektakulär zurück

Noch am Sonntagnachmittag (28.10.2018) schienen für Bayer Leverkusen die nächste Niederlage und ein Trainerwechsel nur noch eine Frage von Stunden. Vier Tage, zwei spektakuläre Siege gegen formstarke Gegner und elf eigene Tore später sind Krise und Trainerdiskussion kein Thema mehr.

Die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich hat sich mit dem 6:2 bei Werder Bremen in der Bundesliga und einem 5:0 bei Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokal aus der Krise geschossen. "Ich habe immer gesagt, dass du dir die Leichtigkeit über die Ergebnisse zurückholst. Jetzt scheint der Bann gebrochen", sagte Herrlich, der mit einer taktischen Umstellung vom 4-2-3-1 auf 3-4-3 und der Neuorientierung hin zum Konterfußball mit schnellen Spielern vorne seinen Anteil an der Wende hat.

Frühe Führungen als Erfolgsrezept

Dass die Werkself sowohl in Bremen durch Kevin Volland (8. Minute) als auch in Mönchengladbach durch Julian Brandt (5.) früh in Führung ging, spielte ihr in die Karten. Aus einer gesicherten Defensive heraus legte Leverkusen in beiden Partien das zweite Tor nach und stellte den Gegner so vor eine schwierige Aufgabe. "Als wir 0:2 zurücklagen, war es ein schmaler Grat gegen so eine Kontermannschaft", sagte Gladbachs Lars Stindl, nachdem sein Team von Bayer eiskalt ausgekontert worden war.

"Wir haben zu Saisonbeginn öfter wie Kinder gespielt, ein bisschen naiv", gab Brandt zu. "Mittlerweile nutzt die Mannschaft ihre Chancen. Die kleinen Kiddies werden langsam erwachsen." Neben Brandt blühen in der auf schnelle Konter ausgelegten Offensive der Werkself Kai Havertz, Kevin Volland und Karim Bellarabi neu auf.

Julian Brandt: "Wahnsinn, was momentan passiert"

Sportschau 31.10.2018 01:25 Min. ARD

Bellarabi feiert spektakuläres Comeback

Besonders Bellarabis Entwicklung beeindruckt. Nach seiner Roten Karte am 3. Spieltag gegen den FC Bayern München und einer Vier-Spiele-Sperre war der Flügelspieler erstmal von der Bildfläche verschwunden. Bei den enttäuschenden 2:2-Remis gegen Hannover 96 und den FC Zürich meldete sich der 28-Jährige mit einem bzw. zwei Treffern eindrucksvoll zurück. Gegen Bremen (ein Tor, zwei Vorlagen) und Mönchengladbach (zwei Tore) legte Bellarabi dann noch einmal eine Schippe drauf.

Samstag gegen Hoffenheim

Der anspruchsvolle Spielplan mit Partien gegen Bremen, Mönchengladbach, Hoffenheim und RB Leipzig könnte für Leverkusen nun zum Vorteil werden. Gegen offensivorientierte Mannschaften kommt die Konterstärke besonders zum Tragen. "Wir dürfen jetzt nicht aufhören und müssen auf dem Boden bleiben", betonte Herrlich. "Der Hunger muss beständig bleiben." Am Samstag (03.11.2018/15.30 Uhr) empfängt Bayer die TSG 1899 Hoffenheim.

Stand: 01.11.2018, 11:59