Neuzugang beim Wuppertaler SV: Marco Stiepermann

WSV holt Stiepermann: Transfer mit Signalwirkung

Stand: 16.06.2022, 19:35 Uhr

Regionalligist Wuppertaler SV hat mit einem Transfercoup aufhorchen lassen und sich die Dienste des erfahrenen Marco Stiepermann gesichert. Der Transfer unterstreicht die Ambitionen des WSV. Es gibt aber auch Fragezeichen.

Es war eine überraschende Personalie, die der Wuppertaler SV am Mittwoch verkündete: Marco Stiepermann wechselt zum Regionalligisten. Der 31-Jährige kommt ablösefrei vom Zweitligisten SC Paderborn, wo sein Vertrag am 30. Juni endet. Über die Laufzeit seines neuen Vertrags machten die Wuppertaler keine Angaben.

Stiepermann bringt reichlich Profi-Erfahrung mit nach Wuppertal. Der gebürtige Dortmunder schaffte 2011 beim BVB den Sprung zu den Profis und hatte damals mit sieben Bundesliga-Einsätzen einen - wenn auch kleinen - Anteil an der Meisterschaft der Dortmunder. Für Alemannia Aachen, Energie Cottbus, Greuther Fürth, den VfL Bochum und zuletzt den SC Paderborn bestritt Stiepermann zudem 184 Zweitligaspiele.

Premier-League-Aufstieg mit Norwich

Seine erfolgreichste Zeit hatte Stiepermann aber wohl in England. Unter Daniel Farke, jetzt Trainer von Borussia Mönchengladbach, schaffte Stiepermann mit Norwich City gleich zwei Mal den Aufstieg in die Premier League. Insgesamt 24 Partien bestritt Stiepermann in der höchsten englischen Spielklasse. Dazu kommen 84 Spiele in der zweitklassigen Championship.

Marco Stiepermann wird von seinen Mitspielern gefeiert

Dass der Wuppertaler SV einen Spieler solchen Kalibers verpflichten konnte, kann deswegen auch als Statement gesehen werden. Laut Medienberichten waren auch Drittligist SC Verl und Regionalligist Preußen Münster an Stiepermann interessiert.

Küsters: "Kann Führungsrolle übernehmen"

Dementsprechend begeistert zeigte sich Stephan Küsters, sportlicher Leiter des WSV: "Es macht mich stolz zu hören, dass Marco Bock auf den WSV hat. Er kann eine Führungsrolle übernehmen und ist im zentralen Mittelfeld zu Hause. Mit seiner Erfahrung kann er der Mannschaft helfen und sie weiterbringen – sowohl fußballerisch als auch menschlich."

Für Stiepermann selbst sei für seinen Wechsel entscheidend gewesen, "dass der WSV als Traditionsverein wieder sportlich angreifen möchte. Hier in Wuppertal entsteht etwas. Darauf habe ich richtig Bock."

Aufstieg nicht das erklärte Ziel

Ist das auch ein Hinweis auf die Aufstiegsambitionen des WSV? Dass der Aufstieg das erklärte Ziel sei, verneinte Küsters, sagte gegenüber der "Wuppertaler Rundschau" aber auch: "Klar ist, dass wir uns in der kommenden Saison nicht verschlechtern wollen." Die abgelaufene Spielzeit beendete der WSV auf dem dritten Rang. Dazu spielten die Wuppertaler im Landespokalfinale und schalteten auf den Weg dorthin unter anderem Aufsteiger Rot-Weiss Essen aus. Mit Preußen Münster, Rot-Weiß Oberhausen oder Fortuna Köln ist die Konkurrenz um den Aufstieg dazu groß.

Außerdem gibt es auch bei Stiepermann Fragezeichen. Während die fußballerischen Qualitäten des Linksfußes unbestritten sind, wirft sein Fitnesszustand Fragen auf. Die Saison 2020/21 war für Stiepermann eine - im wahrsten Sinne des Wortes - Seuchensaison.

Nur 418 Einsatzminuten in Paderborn

Nach Pfeifferschem Drüsenfieber und eine Long-Covid-Erkrankung löste Stiepermann im Sommer 2021 seinen Vertrag bei Norwich City auf und kehrte in seine Heimat Dortmund zurück. Eigentlich wollte der 31-Jährige eine längere Pause einlegen, schloss sich dann aber doch dem SC Paderborn an. "Ich habe in Paderborn angefragt, ob sie Bock auf mich haben, mittrainiert und einen Vertrag unterschrieben", sagte Stiepermann dem "Westfalen-Blatt". In Paderborn reichte es dann - trotz guter Leistungen - aber nur zu insgesamt 418 Einsatzminuten in 15 Spielen (drei Tore).

Inwieweit Stiepermann nun dem WSV sportlich helfen kann, wird sich noch zeigen. Am Freitag startet die Mannschaft von Trainer Björn Mehnert in die Vorbereitung auf die neue Saison. Sieben Neuzugänge hat der WSV schon präsentiert. Gesucht werden aber noch Verstärkungen für Sturm und Innenverteidigung.

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Sportschau 21.04.2022 00:45 Min. Verfügbar bis 20.04.2023 Das Erste

Quelle: lt