Neue Strafenregelung: WDFV passt sich den Profis an

Rote Karte

Neue Strafenregelung: WDFV passt sich den Profis an

Von Michael Buchartz

  • Bisher Zeitraumstrafen statt Spieltagsstrafen
  • Kein Absitzen mehr in der spielfreien Zeit
  • Zustimmung des WDFV-Beirats gilt als sicher

Wer im Amateurbereich kickt, hat vielleicht schon einmal eine Rote Karte gesehen. Bisher wurde man im Seniorenbereich des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) dann für einen bestimmten Zeitraum von Spielen ausgeschlossen. Das wird zur Saison 2020/2021 anders werden. Dann passen die drei Verbände Niederrhein, Mittelrhein und Westfalen ihre Strafenregelung im Seniorenbereich den Profis an.

Wie ist es bei den Profis?

Im Bereich des Profifußballs wird mit sogenannten Spieltagsstrafen gehandhabt. Heißt im Klartext: Ein Spieler wird nach einer erhaltenen Roten Karte eine bestimme Anzahl an Spielen gesperrt. Unterschieden wird dabei zwischen Liga- und Pokalbetrieb. Im Pokal erhaltene Platzverweise ziehen nur Sperren im Pokal nach sich, in der Liga ebenso.

Wie ist es bei den Amateuren?

Im Amateurbereich des WDFV wurde man einschließlich dieser Saison über Zeiträume gesperrt. Heißt hier: Bekommt ein Spieler eine Rote Karte, so muss er beispielsweise einige Wochen pausieren - unabhängig davon, ob in diesem Zeitraum gespielt wird oder nicht. In Zeiten von Coronakrise oder Sommerpause zum Beispiel ein Vorteil.

Warum gibt es die Änderung?

"Seit 30 Jahren ist es vielen Sportrichtern ein Dorn im Auge, dass man eine Strafe einfach absitzen kann. Die Strafe läuft in einer Pause dann ins Leere", erklärt der Vorsitzende des WDFV-Sportgerichts Hubert Jung im Interview mit dem WDR. Bisher habe man aufgrund fehlender Technik Karten nicht nachhalten können, sagte Jung und erklärte: "Das ist mit der Online-Erfassung von Spielberichten jetzt anders."

Ist die Änderung schon durch die Instanzen?

Ganz durch alle Instanzen des WDFV ist die Änderung noch nicht. Die Änderung der Rechts- und Verfahrensordnung liegt auf dem Tisch, der Verbandstag hat sie schon durchgewunken. Einzig der Beirat des WDFV muss noch zustimmen. Das gilt als sicher. Allerdings fiel die letzte Sitzung aufgrund der Coronakrise aus, sodass keine endgültige Zustimmung erfolgen konnte. "Die Regelung wird aber kommen", versicherte Jung. Die Änderung gilt zunächst nicht für den Juniorenbereich.

Stand: 24.03.2020, 12:54