Wuppertals neuer Coach Voigt - Trainer ohne Gehalt

Alexander Voigt als Trainer des Wuppertaler SV

Wuppertals neuer Coach Voigt - Trainer ohne Gehalt

Von Jens Mickler

  • Ex-Profi Voigt arbeitet ehrenamtlich beim Wuppertaler SV
  • Freundschaftsdienst an seinen Freund Karsten Hutwelker
  • Mannschaft unbedingt in der Regionalliga halten

Die Lage ist prekär für den Wuppertaler SV in der Fußball-Regionalliga West. Nach 13 Spieltagen rangiert der WSV mit nur elf Punkten auf dem 17. Rang, einem Abstiegsplatz. Vergangene Woche tauschte der Klub daher den Trainer. Auf Andreas Zimmermann folgte Alexander Voigt, ehemaliger Bundesligakicker des 1. FC Köln und von Borussia Mönchengladbach. Das Debüt für den neuen Coach ging daneben. Wuppertal unterlag am vergangenen Samstag (19.10.2019) mit 1:4 bei Borussia Mönchengladbach II 1:4 - die zehnte Begegnung ohne Sieg.

"Es liegt viel Arbeit vor uns"

Voigts Erkenntnis nach seinen ersten Tagen beim WSV: "Es liegt viel Arbeit vor uns. Die Mannschaft strotzt nicht gerade vor Selbstvertrauen. Mit kleinen Schritten, mit kleinen Erfolgserlebnissen müssen wir es schaffen, dass die Spieler wieder mit Selbstvertrauen Fußball spielen."

WSV-Trainer Voigt: "Chance, mich in der Regionalliga zu zeigen"

Sportschau 22.10.2019 05:45 Min. Verfügbar bis 22.10.2020 ARD

Download

Das Ungewöhnliche an Voigts Job bei dem Viertligisten: Während die Spieler alle als Vertragsamateure für das Fußballspielen entlohnt werden, übt Alexander Voigt die Tätigkeit ehrenamtlich aus. "Ehrenamtlich heißt ehrenamtlich", betont der 41-Jährige im Gespräch mit WDR.de. Er wisse um die Umstände beim finanziell angeschlagenen Traditionsverein, der "nicht auf Rosen gebettet ist. Ich gucke, dass ich helfen kann", so Voigt.

Lange mit Hutwelker zusammengespielt

Dabei sei das Engament auch als Freundschaftsdienst für seinen alten Kumpel Karsten Hutwelker zu sehen, der beim WSV als Sportdirektor fungiert und mit dem Voigt früher in Köln lange Jahre zusammenspielte. "Ich sehe es aber auch als Chance, mich bei einem Traditionsverein mit einem guten Namen in der Regionalliga zu zeigen", sagte Voigt, der im Sommer beim Oberligisten SSVg Velbert seinen Platz als Trainer räumen musste.

Nun will Voigt beim WSV erst einmal im mentalen Bereich ansetzen und viele Gespräche mit den Spielern führen, um den Negativlauf aus den Köpfen zu bekommen. Dass die schlechten Finanzen des WSV die Fußballer beeinflussten, glaubt der neue Coach nicht. "Die Jungs machen sich vielmehr daran zu schaffen, wie die Situation sportlich ist, weil sie viel versuchen und da nicht herauskommen im Moment." Er sei überzeugt von seiner Mannschaft, der er auf jeden Fall Regionalliga-Tauglichkeit attestiert. "Das Potential ist vorhanden", sagte Voigt.

Jetzt gegen Fortuna Köln

Zeigen sollen es die Spieler am kommenden Samstag (14 Uhr), wenn sich ein weiterer Traditionsklub im Stadion am Zoo präsentiert: der sich im Aufwind befindliche Absteiger Fortuna Köln. Gerade für den gebürtigen Kölner Voigt ein ganz besonderes Spiel.

Stand: 22.10.2019, 14:32