NRW-Amateurligen hoffen auf Fortsetzung der Saison

Ein verlassenes Sportgelände.

NRW-Amateurligen hoffen auf Fortsetzung der Saison

  • Fußball-Amateurligen in Niederlanden abgebrochen
  • NRW: Regionalliga und Oberligen wollen möglichst weiterspielen
  • Geisterspiele vor leeren Rängen in unteren Ligen keine Option

Eine Entscheidung in den Niederlanden hat die regionalen Fußballverbände in NRW aufhorchen lassen. Im NRW-Nachbarland entschieden die Verantwortlichen am Dienstag (31.03.2020), dass die Saison in allen Fußball-Amateurligen vorzeitig abgebrochen wird. Das Verbot gilt für alle Männer, Frauen und Jugendlichen in der Halle und auf dem Feld. Die Spielzeiten werden komplertt annulliert. Es werden keine Meister und keine Pokalsieger ausgespielt, Auf- und Absteiger wird es nicht geben.

Niederlande beenden vorzeitig die Fußball-Saison der Amateure

Sportschau 01.04.2020 00:33 Min. Verfügbar bis 01.04.2021 Das Erste Von Luise Kropff

Pause in der Regionalliga wird wohl verlängert

Soweit ist der deutsche Amateur-Fußball noch nicht. Der Spielbetrieb ist erst einmal ausgesetzt. Auch wenn die sich dynamisch entwickelnde Corona-Pandemie zurzeit kaum planbare Szenarien zulässt, will man die Hoffnung auf eine reguläre Beendigung der Spielzeit nicht aufgeben.

In der Regionalliga West, der vierthöchsten deutschen Spielklasse, wollen die Verantwortlichen des zuständigen Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) laut Sprecher Roland Leroi bis Ende der Woche entscheiden, wie es weitergeht. Wahrscheinlich ist, dass die Aussetzung des Spielbetriebs wie in den höchsten beiden Ligen noch einmal verlängert wird. Derzeit ruht der Spielbetrieb bis zum 19. April.

RWO-Präsident Sommers: "Scheiße läuft von oben nach unten"

Vor allem die Klubs in der RL West, in der mit der SG Wattenscheid 09 in dieser Spielzeit bereits ein Klub Insolvenz anmelden und den Spielbetrieb einstellen musste, würde ein Abbruch hart treffen. Wie es weitergeht, hängt auch von den Ligen darüber ab. "Die Scheiße läuft immer von oben nach unten", sagte Rot-Weiß Oberhausens Präsident Hajo Sommers dem WDR. "Die DFL entscheidet über die ersten beiden Ligen, dann der DFB über die 3. Liga. Und dann müssen die Verbände über die 4. und 5. Liga entscheiden."

Geisterspiele vor leeren Rängen seien in den Regional- und Oberligen keine Option, weil viele Klubs von den Zuschauereinnahmen leben. "Wenn mein Verband auf die Idee kommt, Geisterspiele ansetzen zu wollen, entmündige ich die. Die erkläre ich für schwachsinnig", fand Sommers drastische Worte.

#29 Hajo Sommers über RWO & die Grabkammer Regionalliga

WDR 2 Einfach Fußball 01.04.2020 37:19 Min. Verfügbar bis 01.04.2021 WDR Online

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Regionalliga "purer Überlebenskampf"

Die Situation gerade sei "purer Überlebenskampf". Für Sommers wäre die beste Möglichkeit: "Lasst uns das jetzt beenden. Lasst uns einen Plan aufstellen und schauen: Wie gibt es die wenigsten Verlierer? Wie verlieren wir am wenigsten Vereine? Das geht aber nur, wenn du von oben nach unten guckst."

Beim Fußballverband Niederrhein (FVN) will man erst einmal abwarten. Mit einer Entscheidung für den Spielbetrieb wie in den Niederlanden sei beim FVN derzeit nicht zu rechnen, teilte Pressesprecher Henrik Lerch dem WDR mit. Man sei bestrebt, die Saison zu Ende zu spielen. Allerdings könne der Verband mit seinen 13 Fußballkreisen dies nicht alleine entscheiden. Man müsse die Entscheidungen von Kommunen und Behörden abwarten und berücksichtigen.

FVM: "Spielen alle Szenarien durch"

Voraussetzung sei natürlich eine Besserung der Corona-Lage. Darauf verweist auch der Fußballverband Mittelrhein (FVM). Wie Sprecherin Ellen Bertke dem WDR mitteilte, spiele man alle Szenarien durch. Man solle aber nicht spekulieren, sondern auf die Erkenntnisse der Wissenschaft vertrauen und die Entscheidungen der Politik abwarten. "Wenn Platzanlagen gesperrt sind, gibt es keinen Fußball. Es ist klar, dass die Gesundheit der Menschen absoluten Vorrang hat."

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (WFLV) hatte in der letzten Woche mitgeteilt, dass der Spielbetrieb "bis auf Weiteres" ausgesetzt bleibt. Bei einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs sollen die Klubs mindenstens 14 Tage vorher informiert werden. Eine Neubewertung der Lage erfolge täglich. Wie überall im Sport bleibt also auch der Amateurfußball vorerst in der Warteschleife.

Stand: 01.04.2020, 18:33