Torwart-Aussetzer bringt Verl Remis in Leipzig

Leipzig-Keeper Fabian Guderitz erzielt ein Eigentor gegen den SC Verl.

Torwart-Aussetzer bringt Verl Remis in Leipzig

  • SC Verl spielt 2:2 in Leipzig
  • Wolf und Steinborn treffen für Leipzig, Schöppner für Verl
  • Eigentor des Leipziger Torwarts in den Schlussminuten

Aufgrund der Corona-Krise hatten weder der SC Verl noch Lokomotive Leipizig mehr als drei Monate lang kein Pflichtspiel bestritten. Am Donnerstag (25.06.2020) ging es dann gleich um alles, als sich beide Mannschaft im Hinspiel der Aufstiegsrunde zur 3. Liga im Leipziger Bruno-Plache-Stadion gegenüber standen.

Am Ende stand ein 2:2-Unentschieden (1:1)auf derr Anzeigetafel. Ein Ergebnis, das dem SC Verl dank der Auswärtstor-Regelung eine gute Ausgangspostion für das Rückspiel beschert. Patrick Wolf (6.) und Matthias Steinborn (56.) trafen für Lok Leipzig. Patrick Schikowski sorgte für den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Mannschaft von Trainer Guerino Capretti (45.). Kurz vor dem Ende war es dann Leipzigs Torwart Guderitz, der mit einem kuriosen Eigentor für den erneuten Verler Ausgleich sorgte (88.).

Start nach Maß für Leipzig

Die Gastgeber erwischten einen Start nach Maß. Schon nach sechs Minuten drückte Wolf, Sohn von Leipzig-Trainer Wolfgang Wolf einen Freistoß von Paul Schinke aus fünf Metern über die Linie. Der SC Verl brauchte eine Weile, um ins Spiel zu kommen und spielte sich kaum gefährliche Torchancen heraus. Eine der wenigen Möglichkeiten vergab Aygün Yildirim, als er freistehend an Leipzigs Torwart Fabian Guderitz scheiterte. Das wichtige Auswärtstor fiel dennoch noch vor der Pause. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte spielte Jan Schöppner einen klugen Pass auf Schikowsi, der vor Guderitz cool bleib und zum 1:1 einschob (45.).

Schockmoment für Verl

Die zweite Halbzeit begann mit einem Schockmoment für den SC Verl. Djamal Ziane grätsche den Ball nach einer Leipziger Ecke an die Unterkante der Latte. Von dort sprang der Ball entweder auf, oder knapp hinter die Torlinie. Schiedsrichter Florian Badstübner entschied: kein Tor (52.). Nur vier Minuten später lag der SC Verl dann aber wieder in Rückstand. Steinborn hatte an der Strafraumkante zu viel Platz, zog nach innen und schoss den Ball unhaltbar für Verls Torwart Robin Brüseke ins lange Eck (56.).

Fehler von Guderitz

Leipzig blieb auch in der Folge das dominierende Team. Verl kam kaum gefährlich vor das gegnerische Tor. Für den Ausgleichstreffer sorgten die Leipziger dann aber selbst. Lok-Keeper Guderitz musste eine Bogenlampe eines eigenen Verteidiger eigentlich nur aus der Luft fangen, ließ den Ball aber durch seine Finger ins Tor rutschen (88.). Dank der Auswärtstor-Regelung geht der SC Verl nun als Favorit in das Rückspiel am 30. Juni.

"Ich würde nicht sagen, dass wir jetzt schon durch sind, ganz und gar nicht", sagte Verls Trainer Capretti nach dem Spiel. "Wir müssen uns fußballerisch steigern. Das war ein offener Schlagabtausch zwischendurch und das können wir besser."

Wolf nimmt Keeper in Schutz

Leipzigs Coach Wolf nahm nach dem Spiel seinen Torwart Guderitz in Schutz: "Wir machen ihm den Kopf nicht runter. Wir sind eine Mannschaft und werden sehen, dass wir das in Verl wiedergutmachen. Er hat bis dahin gut gespielt und dann passiert so ein Lapsus. Das ist grausam für uns und natürlich ein Genickschlag so kurz vor Schluss, aber die Mannschaft hat Moral und steht wieder auf."

Wo genau das Rückspiel stattfinden wird, ist noch unklar. Aufgrund der Corona-Beschränkungen im Kreis Gütersloh können die Verler nicht im eigenen Stadion spielen und suchen nach einer alternativen Spielstätte.

Wegen Lockdown: Relegationsspiel in Verl muss verlegt werden

Sportschau 24.06.2020 00:43 Min. Verfügbar bis 24.06.2021 ARD Von Mareike Zeck

Stand: 25.06.2020, 18:52