Spielabbruch in Herne nach Militärgruß und Attacke auf Schiedsrichter

Netz mit Bällen auf Fußballplatz

Spielabbruch in Herne nach Militärgruß und Attacke auf Schiedsrichter

  • Spitzenspiel in der Herner Fußball-Kreisliga A am Sonntag abgebrochen
  • Spieler von RW Türkspor attackierten Linienrichter
  • Führungstreffer feierten die Türkspor-Spieler mit Militärgruß

Das Top-Spiel der Kreisliga A Herne zwischen RW Türkspor und FC Castrop-Rauxel endete mit einem Eklat. Nach 75 gespielten Minuten musste Schiedsrichter Dominik Sellung die Begegnung am Sonntagnachmittag (13.10.2019) abbrechen.

Polizei und Krankenwagen vor Ort

Auslöser war Sellungs Elfmeterpfiff zugunsten von Castrop-Rauxel, nachdem ihm sein Assistent einen Hinweis auf ein Handspiel im Türkspor-Strafraum gegeben hatte. Daraufhin stürmte ein Türkspor-Spieler auf den Assistenten und schlug ihm nach Informationen der Ruhr Nachrichten in den Bauch. Auch andere Spieler bedrängten das Schiedsrichtergespann. Sellung zeigte zwei Türkspor-Spielern daraufhin die Rote Karte und brach die Begegnung beim Stand von 3:2 für Castrop-Rauxel ab.

Als drei Streifenwagen der Polizei und ein Krankenwagen vorfuhren, hatte sich die Lage wieder beruhigt. Weil die Schiedsrichter ins Krankenhaus gebracht wurden, liegt noch kein Bericht zu den Vorkommnissen vor.

Gespann selbst angefordert

Andreas Pelzing, Staffelleiter der Kreisliga A Herne, erwartet nun einen Sonderbericht des Schiedsrichters. "Erst dann werde ich über Sanktionen entscheiden", sagte Pelzing dem WDR. Die Türkspor-Mannschaft soll in der Vergangenheit bereits öfter negativ aufgefallen sein. Aufgrund dessen war ein Schiedsrichtergespann angefordert worden. Die Wahl fiel auf den Dortmunder Sellung und seine Assistenten. "Ungewöhnlich war, dass Türkspor selbst die Initiative dazu ergriff", sagte Pelzing.

Aufregung hatte es bereits vor dem Elfmeterpfiff gegeben. Den Führungstreffer der Hausherren feierten die Türkspor-Spieler mit einem Militärgruß, um sich offenbar mit den Angriffen türkischer Truppen auf Kurdengebiete in Nordsyrien zu solidarisieren. Schon Spieler der türkischen Nationalmannschaft hatten am Freitag im Länderspiel gegen Albanien ähnlich reagiert.

FC-Vorsitzender Blase: "Bedauerlicher Vorfall"

Castrop-Rauxels Vorsitzender Uwe Blase sprach von einem "bedauerlichen Vorfall". Es habe allerdings auch RWT-Verantwortliche gegeben, "die deeskalierend auf die eigenen Spieler" eingewirkt hätten, sagte Blase dem WDR.

mick | Stand: 14.10.2019, 09:50