Geheilter Scheelen: "Thema Fußball hatte ich beiseite gelegt"

RWO-Mittelfeldspieler Alexander Scheelen blickt nach überstandener Krebserkrankung positiv in die Zukunft.

Geheilter Scheelen: "Thema Fußball hatte ich beiseite gelegt"

  • Alexander Scheelen wieder völlig gesund
  • Oberhausens Mittelfeldspieler hatte Lymphdrüsenkrebs
  • Viel Unterstützung, auch von Ex-Profi Benjamin Köhler

Alexander Scheelen vom Fußball-Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen ist ein Jahr nach seiner Krebserkrankung wieder vollkommen gesund. "Ich habe keine Beschwerden, gar nichts. Ich gelte als komplett geheilt", sagte der 31-Jährige im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur, das am Dienstag (23.04.2019) veröffentlicht wurde.

"Da war etwas, und das ist jetzt weg. Ich fühle mich so wie vor der Erkrankung. Das Einzige, was mir fehlt, ist Spielpraxis", so der Mittelfeldspieler. Bei Scheelen war im April 2018 Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert worden. Er unterzog sich erst einer Chemo- und dann einer Strahlentherapie.

Eine Woche nach Comeback Siegtor gegen WSV

Alexander Scheelen (r.) und Dominik Reinert bejubeln das Siegtor gegen den WSV.

Alexander Scheelen (r.) und Dominik Reinert bejubeln das Siegtor gegen den WSV.

Am 30. März hatte er sein Comeback gegeben, eine Woche später erzielte er beim 2:1 gegen den Wuppertaler SV in der 94. Minute den wichtigen Siegtreffer für den Aufstiegskandidaten. Dabei hatte er zwischenzeitlich das Thema Fußball abgehakt. "Meine Mannschaft hat die Vorbereitung absolviert, und ich konnte nicht mal zum Kühlschrank laufen und mir eine Flasche Wasser rausholen. Da hatte ich das Thema komplett beiseite gelegt", erinnert sich Scheelen.

"Ich war ein Pflegefall"

"Wir haben gleich zu Beginn die harte Chemo gemacht. Damit alles bereinigt werden kann, was böse ist", erzählt Scheelen: "Leider ging auch vieles verloren, was gut ist." Und dann zählt er auf: "Ich hatte kaum Kraft, mir die Zähne zu putzen. Ich hatte Haarausfall, Appetitlosigkeit, ich war nur am Brechen. Drei Wochen konnte ich nichts machen. Gar nichts. Ich war ein Pflegefall."

Damals habe es schon den ein oder anderen Tag gegeben, an dem er den Kopf fast in den Sand gesteckt hätte. Doch Scheelen hatte viel Unterstützung, im Verein, im privaten Umfeld. Und er baute auf den Ratschlag von Benjamin Köhler. Der Ex-Profi von Union Berlin war 2015 an Krebs erkrankt.

Unterstützung auch von Union-Profi Köhler

Benjamin Köhler (Union Berlin)

Benjamin Köhler (Union Berlin)

"Er hatte eins zu eins dasselbe, nur an einer anderen Stelle", sagt Scheelen. Also kontaktierte er den ihm bis dahin nicht bekannten Köhler. "Das war schon sehr hilfreich", sagt er: "Vor allem, weil Benny nicht um den heißen Brei geredet hat. Er hat gesagt: Ich will dir keine Angst machen. Aber die Chemo wird dich komplett aus der Bahn werfen. Und so war es dann auch." Heute gibt Scheelen seine Erfahrungen weiter an andere Kranke. So wie Köhler es bei ihm getan hat.

Neuer Vertrag laut Terranova wohl "Formsache"

Seine Karriere will Scheelen, der seit 2011 in Oberhausen spielt, gerne fortsetzen: "Am liebsten bei RWO." Sein Vertrag läuft am Saisonende aus, wird aber wohl verlängert. "Wir werden uns demnächst mit ihm zusammensetzen", sagte Trainer Mike Terranova: "Aber ich denke, dass das Formsache sein wird."

dpa | Stand: 23.04.2019, 10:24