RWE schlägt Mini-Turnier um Platz zwei vor

Marcus Uhlig

RWE schlägt Mini-Turnier um Platz zwei vor

  • RWE beantragt sportliche Liga-Entscheidung
  • Vorschlag: Endrunde mit Verl, Essen und Oberhausen
  • 16 von 18 Vereinen für die Einstellung der Spielzeit

Wird die Saison noch einmal fortgesetzt, oder doch abgebrochen? Eine Frage, die in der Regionalliga West weiter heiß diskutiert wird. Die beiden Aufstiegsaspiranten Rot-Weiss Essen und Rot-Weiß Oberhausen haben nun beim Präsidium des Westdeutschen Fußballbunds (WDFV) beantragt, den Relegationsteilnehmer der Spielzeit 2019/20 sportlich zu ermitteln und ein entsprechendes Konzept beigefügt.

Dieses sieht eine Endrunde bestehend aus zwei Qualifikationsduellen vor, wie der Essener Regionalligist am Dienstag (12.05.2020) erklärte. Demnach würden zunächst RWE und RWO einen Finalteilnehmer ausspielen. Der Sieger der Partie träfe dann auf den SC Verl, dem aufgrund seines aktuellen Punktevorsprungs bereits ein Platz im Endspiel garantiert wäre. Alle Partien sollten auf neutralem Platz unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

RWE will "fairen sportlichen Wettkampf"

In dem Antrag verweist eine Kanzlei im Namen von RWE darauf, dass ein Saisonabbruch rechtswidrig sei und wann immer es möglich ist, eine Entscheidung auf dem Spielfeld fallen müsse. Zudem seien Fußballspiele in Nordrhein-Westfalen ab dem 30. Mai grundsätzlich wieder erlaubt.

"Es darf in der aktuellen Situation nicht das Ziel sein, sich die Entscheidung möglichst einfach zu machen. Das Bestreben des Verbandes muss die Sicherstellung eines fairen sportlichen Wettkampfes sein", sagte RWE-Vorstand Marcus Uhlig. Zwar seien Geisterspiele immer auch eine wirtschaftliche Herausforderung, zwei Ausscheidungsduelle unter Ausschluss der Öffentlichkeit bewegen sich aber seiner Meinung nach "noch in einem Rahmen, den wir für vertretbar halten".

"Wir sind Sportler und wollen immer möglichst die sportliche Entscheidung", sagte RWO-Vorstand Thorsten Binder. "Laut Statuten ist das auch so vorgesehen, sobald es wieder möglich ist, Wettkämpfe auszutragen. Nach aktuellem Stand ist das von der Regierung bereits zeitlich fixiert. Warum sollte man sich also gänzlich vom Fairnessgedanken verabschieden, wenn eine sportliche Lösung doch möglich ist?“

Viertligsten - Existenzielle Bedrohung durch Zuschauerverlust Mittagsmagazin 22.04.2020 02:39 Min. Verfügbar bis 22.04.2021 Das Erste

Bislang war die Tendenz, die aktuelle Saison der Regionalliga West abzubrechen, deutlich. Insgesamt stimmten 16 von 18 Vereinen für die Einstellung der Spielzeit. Bliebe die Aufstiegsfrage.

Verl lehnt Plan ab

Der SC Verl hätte aktuell als Tabellenzweiter - Tabellenführer SV Rödinghausen hat auf die Drittliga-Lizenz freiwillig verzichtet - die besten Chancen an der Aufstiegsrelegation gegen den Meister der Regionalliga Nordost teilzunehmen. Aber auch Essen - mit zwei Punkten weniger, allerdings schon zwei Spielen mehr als Verl - liegt noch in Schlagdistanz. RWO liegt derzeit sieben Punkte hinter dem Verl auf Rang vier.

Verls Vereinspräsident Raimund Bertels hält von den Plänen allerdings absolut nichts. "Nein, für uns ist das keine Alternative", sagte er dem "Reviersport". "Essen sollte akzeptieren, dass sie zumindest bis zu diesem Zeitpunkt, als es zum Abbruch kam, etwas schlechter waren als wir. Das haben wir uns ehrlich und fair erarbeitet."

Stand: 13.05.2020, 19:34