Wie geht es weiter in der Regionalliga West?

Das Aachener Tivoli-Stadion

Wie geht es weiter in der Regionalliga West?

  • Großveranstaltungsverbot trifft Regionalliga
  • Keine Spiele mit Publikum bis September
  • Vereine in finanziellen Nöten
  • Saisonabbruch oder -unterbrechung?

Die Entscheidung von Bund und Ländern, Großveranstaltungen aufgrund der Corona-Krise bis mindestens zum 31. August zu verbieten, betrifft auch die Regionalliga West. Mitte März hatten sich der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) und die Vereinsvertreter der Regionalliga West im Rahmen einer Telefonkonferenz auf eine Aussetzung des Spielbetriebs bis zum 19. April geeinigt. Für die kommende Woche ist eine erneute Konferenz geplant. Ob es dabei bleibt und was dann entschieden wird, ist nach Verbandsangaben aktuell unklar.

Klubs in finanziellen Nöten

Die Liga steht vor einer Zerreißprobe. Finanziell angeschlagene Vereine stehen möglicherweise vor dem Aus, wenn es keinen normalen Spielbetrieb und damit Einnahmen durch Ticketverkäufe gibt. Bis eine Entscheidung getroffen ist, hängen die Vereine in der Luft. Wer steigt auf und wer steigt ab? Was ist mit der Qualifikation für den DFB-Pokal? Fragen, die weitreichende Folgen für die finanzielle und sportliche Zukunft der Klubs haben, nicht nur für besonders bedrohte Vereine wie Alemannia Aachen. "Wir sind nicht alleine im Boot", so Aachens Vereinspräsident Martin Fröhlich: "Alle Vereine sind betroffen. Es muss staatliche Maßnahmen geben."

Geisterspiele für Klubs keine Option

Solche Maßnahmen würden die Finanzen der Regionalligisten entlasten. Doch wie geht es sportlich weiter, wenn vor dem 31. August kein Spiel mit Publikum gespielt werden kann? Geisterspiele, da ist sich die Mehrheit einig, sind keine Option. "Die Kosten laufen weiter und wir können keine Einnahmen erzielen", erklärte Rolf Menzel, Präsident von Bergisch Gladbach 09, vor einer Woche. "Geisterspiele können in der Bundesliga und der 2. Bundesliga funktionieren, da hohe Fernsehgelder generiert werden. Bei uns fällt das aber weg." Menzel sprach sich, wie auch Fortuna Kölns Präsident Hanns-Jörg Westendorf, für einen Saisonabbruch aus.

No Sports!? - Wie kommt der Sport durch die Corona-Krise? - Folge 3 sport inside 15.04.2020 08:51 Min. Verfügbar bis 15.04.2021 WDR

Fortsetzung im September?

Für Jörn Nowak, Sportdirektor von Rot-Weiss Essen, kommt neben einem Abbruch auch ein "Aussetzen" der aktuellen Saison und eine Fortsetzung im September mit Zuschauern in Frage. Geisterspiele seien für Nowak indiskutabel, "es sei denn die Verbände kompensieren die Einnahmeverluste", so der Sportdirektor gegenüber Sport Inside.

Keine Absteiger und aufgestockte Ligen?

Geht es nach Hajo Sommers, Präsident von Rot-Weiß Oberhausen, wird die aktuelle Spielzeit abgebrochen. In der kommenden Saison gehe es dann mit aufgestockten Ligen weiter. "Ich glaube, dass man damit die meisten Vereine glücklich machen würde", sagte Sommer dem Reviersport. "Eine Bundesliga mit 22 Klubs, eine 2. Bundesliga mit 22 Klubs und zweigleisige Dritte Liga Nord und Süd mit über 20 Mannschaften. Warum denn nicht?" Klar sei für ihn nur, dass es keine Absteiger geben dürfe. "Kein Verein darf sich benachteiligt fühlen", so Sommers. Mit diesen Fragen muss sich der WDFV nun befassen.

Stillstand im deutschen Amateurfußball - die Folgen Sportschau 04.04.2020 04:28 Min. Verfügbar bis 04.04.2021 Das Erste

bh | Stand: 16.04.2020, 10:39