Corona-Konzept der Regionalliga West erntet Zustimmung

Fortuna Kölns Roman Prokoph (3.v.l.) im Dribbling

Corona-Konzept der Regionalliga West erntet Zustimmung

Von Christian Zelle

Die Regionalliga West ist zuletzt wegen fehlender Corona-Tests in die Kritik geraten. Ab Samstag sollen nun alle Spieler einen Tag vor jeder Partie getestet werden.

Der Spielplan der Fußball-Regionalliga West ist durch corona-bedingte Spielabsagen ordentlich durcheinandergewirbelt worden. So haben einige Klubs vor dem 15. Spieltag bereits 14 Partien absolviert, die meisten aber weniger und Alemannia Aachen gar erst acht.

Tests sollen einen Tag vor Anpfiff vorliegen

Mit Blick auf die Tatsache, dass die vierte Liga zuletzt wegen nicht durchgeführter Corona-Tests in die Kritik geraten ist, kann zumindest nicht ausgeschlossen werden, dass im November schon mehr Spiele hätten abgesagt werden müssen, wenn flächendeckend getestet worden wäre. Aber genau das wird ab Samstag geschehen, wie der Westdeutsche Fußballverband am Mittwoch auf Rückfrage noch einmal betonte.

Fortuna Köln hatte seine Spieler im Gastspiel bei Alemannia Aachen (1:0) bereits am Mittwoch durchgetestet auf den Rasen geschickt, versicherte Geschäftsführer Benjamin Bruns vor der Partie. Das sei aber nur der erste Schritt. Ab kommender Woche sollen die Tests - und da seien sich alle Clubs einig - nicht wie jetzt 48 Stunden vor den Spielen, sondern erst einen Tag vor Anpfiff vorliegen. "Wir gehen noch näher ran an die Spiele, um noch mehr Sicherheit zu haben", so Bruns.

Gesundheitsamtsleiter lobt Kölner Vereine

Um auf positive Corona-Tests schnell reagieren zu können, habe man selbst die Schelltests eingeführt. Sie seien nicht vorgeschrieben, aber eine wichtige Präventionsmaßnahme: "Wir wollten das machen, weil wir eine Profiliga sind. Bei uns in Köln sind 42 Menschen beschäftigt, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen", so Bruns. Ähnliches gelte für die ganze Liga. Dort spielten überwiegend Fußballer, die von dem Sport leben. Daher gab es von der NRW-Regierung auch grünes Licht für die Fortsetzung des Spielbetriebs.

Was die Kölner Fußballklubs insgesamt betrifft - also neben der Fortuna auch Viktoria und den 1. FC - ist der Kölner Gesundheitsamtsleiter Johannes Nießen davon überzeugt, dass alle in Corona-Zeiten für einen verantwortungsvollen Sportbetrieb notwendigen Maßnahmen umgesetzt werden. "Wir haben engsten Kontakt zu den Vereinen. Sie haben für jedes Spiel ein Hygiene-Konzept, und notwendige Änderungen werden sofort umgesetzt", so Nießen.

Clubmitarbeiter für Durchführung der Tests geschult

Porträtfoto von Thomas Kurscheid

Sport- und Ernährungsmediziner Thomas Kurscheid

Einen verantwortungsvollen Umgang mit der Pandemie attestiert der Regionalliga West auch Professor Thomas Kurscheid, der die Liga mit der dafür nötigen Infrastruktur versorgt hat. Der Mediziner hat die Corona-Beauftragten aller 21 Vereine in Köln persönlich in der Anwendung der Tests geschult und die Tests für die Klubs besorgt.

Dass Corona-Tests erst jetzt flächendeckend durchgeführt werden können, sei dem kleinen Zeitfenster nach dem Ende Oktober beschlossenen strengeren Corona-Maßnahmen geschuldet, so Kurscheid. Clubmitarbeiter hätten geschult und die Tests besorgt werden müssen.

Corona-Tests reichen bis Ende des Jahres

So seien die Schulungen etwa erst am 10. November abgeschlossen gewesen. Die Auslieferung der Tests habe zeitgleich begonnen. "Ich finde, das war sehr rasant", sagt Kurscheid mit Blick auf Schulung und Auslieferung der Test-Kits. An Letzteren herrsche übrigens kein Mangel. "Wir haben mehr als 5.000 Tests gekauft. Das reicht bis zum Jahresende", so Kurscheid.

Dafür, dass die Tests durchgeführt werden, ist der Westdeutsche Fußballverband zuständig. Dieser versicherte auf Anfrage, dass alle Vereine dem Verband die Durchführung melden. Was im Falle eine positiven Tests zu tun ist, sei mit den Behörden vor Ort zu klären.

Aus der Staatskanzlei - Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport, hatte die Clubs jüngst aufgefordert, ihre Spieler "schnellstmöglich" zu testen - waren am Mittwoch versöhnliche Töne zu hören. Man erwarte die Umsetzung der entsprechenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen bei der Durchführung der Spiele: "Nach unserer Erkenntnis passiert dies in den Spielen der Regionalliga West", sagte ein Sprecher auf WDR-Anfrage.

Stand: 18.11.2020, 20:30