NRW-Fußballverbände setzen Spielbetrieb aus

Ein Amateur-Fußballplatz, wie es tausende in NRW gibt

NRW-Fußballverbände setzen Spielbetrieb aus

Das Coronavirus hat auch weitreichende Folgen für den Amateursport. Der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) und die Verbände Niederrhein (FVN), Mittelrhein (FVM) und Westfalen (FLVW) stellen den Spielbetrieb vorläufig ein.

Dies bestätigten alle Verbände am Freitag (13.03.2020). Der WDFV entschied, den Spielbetrieb in der Regionalliga West (Männer) ab sofort bis zum 22. März ruhen zu lassen. Diese Absage betrifft den 29. und 30. Spieltag sowie die ursprünglich für den 18. März vorgesehenen Nachholspiele. In der kommenden Woche will der Verband die Klubs der Regionalliga West zum Gespräch einladen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Auch der Spielbetrieb in Verantwortung der drei Unterverbände soll ruhen - und das noch länger. Bis zum 19. April finden keine Spiele im FVN statt. Im FVM wird der komplette Spielbetrieb auf Verbands- und Kreisebene bis zum 17. April ausgesetzt. Und auch der FLVW stellt den kompletten Spielbetrieb bis Ende der Osterferien ein. Die Maßnahmen der drei Verbände betreffen Frauen, Männer, Junioren und deren Meisterschaftsspiele, Pokalspiele, Freundschaftsspiele, Turniere, Spielfeste sowie Spiele der Futsal-Ligen, der Inklusiv-Ligen und des Ü-Freizeitfußballs.

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Frymuth: "Gesundheit aller im Vordergrund"

WDFV- und FVN-Präsident Peter Frymuth sagte: "In den vergangenen Wochen ist es uns vor allem auch Dank der Kreisvorsitzenden mit ihren Teams gelungen, den Vereinen bei Fragen zur Infektion durch das Coronavirus und Problemen damit unkompliziert zu helfen, insbesondere mit Spielverlegungen. In den vergangenen 48 Stunden hat sich jedoch die Anzahl der Vereine, die große Sorgen hatten und um Spielverlegungen baten, dramatisch erhöht."

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Den Spielbetrieb zu unterbrechen sei "keine leichte Entscheidung" gewesen, "die Gesundheit aller" stehe allerdings im Vordergrund. Die Entscheidung sei "in enger Abstimmung" mit den 13 Fußballkreisen am Niederrhein getroffen worden, erklärte der FVN. FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski betonte: "Wir hoffen im Sinne der Solidarität vor allem mit älteren und gesundheitlich vorbelasteten Menschen auf das Verständnis unserer Vereine."

Trainingsbetrieb den Vereinen überlassen

FVM-Präsident Bernd Neuendorf erklärte: "Wir haben die Entwicklung in den letzten Wochen intensiv beobachtet und standen in regelmäßigem Austausch mit den Behörden. Wir tragen alle Verantwortung dafür, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger zu schützen. Dieser Verantwortung möchten wir mit dieser drastischen Maßnahme Rechnung tragen."

Die Entscheidung, inwieweit die Vereine ihren Trainingsbetrieb aufrechterhalten wollen, überlassen FVM und FLVW den jeweiligen Verantwortlichen selbst. Der FVN machte dazu zunächst keine Angaben.

red | Stand: 13.03.2020, 09:22