Keine Auf- und Absteiger: Amateurfußball in NRW annulliert Saison

Platzsperre bei TuRU Düsseldorf

Keine Auf- und Absteiger: Amateurfußball in NRW annulliert Saison

Es hatte sich angedeutet, nun ist es fix: Die drei Fußball-Landesverbände in NRW - Niederrhein, Mittelrhein, und Westfalen - haben sich darauf geeinigt, die komplette Saison 2020/21 zu annullieren. Diese Entscheidung gaben sie am Montag zeitgleich bekannt.

Das hat zur Folge, dass es in allen Ligen des Westdeutschen-Fußballverbands weder Meister noch Auf- noch Absteiger geben wird. Der Schritt umfasst laut der Verbände alle Ligen der Herren, Frauen und Jugend von der Oberliga bis runter zur Kreisliga. Die kommende Saison beginnt dann erneut mit den Voraussetzungen, wie sie im August 2020 galten.

Und auch die Regionalliga West ist von der Annullierung betroffen. Statt fünf wird es nun zum Saisonende nur einen Absteiger aus der vierthöchsten Klasse geben.

50-Prozent-Hürde nicht mehr zu schaffen

Der Schritt, den die Gremien am Sonntag (18.04.2021) gemeinsam beschlossen haben, kommt angesichts der weiter grassierenden Coronavirus-Pandemie nicht überraschend. Bei steigenden Infektionszahlen sprechen inzwischen alle Rechenspiele dagegen, bis zum Stichtag 30. Juni zumindest 50 Prozent aller Spiele ausgetragen zu haben. Das allerdings wäre Voraussetzung, damit die Saison sportlich gewertet werden kann. "Wir wollten unbedingt zu einer sportlichen Wertung der Saison kommen. Die Pandemie hat uns aber alle ausgebremst", erklärte FVM-Präsident Bernd Neuendorf.

So hat bislang in keiner Oberliga ein Team mehr als elf Spiele absolviert. Zudem ist das Tabellenbild in allen Klassen extrem schief. In der Mittelrheinliga etwa kommt keine Mannschaft auf mehr als acht Spiele. Der FC Düren, Gegner des FC Bayern München in der ersten Runde des DFB-Pokals, bestritt erst drei Partien und war trotz voller Punkte-Ausbeute nur Achter.

Lieber ein Ende mit Schrecken

"Uns und vor allem den Vereinen ist das vielzitierte Ende mit Schrecken weitaus lieber, als sich Woche für Woche vertrösten zu lassen und an den letzten Strohhalm einer Saisonfortführung zu klammern", sagte FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski. Auch FVN-Chef Peter Frymuth erklärte, es sei "deutlich zu spüren gewesen, dass auch die Vereine eine Fortsetzung der Saison nicht für realistisch und vor allem sinnvoll halten".

Bereits im Februar hatten die Verbände deutlich gemacht, dass der Restart des Spielbetriebs spätestens in der ersten Mai-Hälfte erfolgen müsste. Angesichts des derzeitigen Infektionsgeschehens erscheint die zeitnahe Wiederaufnahme des Spielbetriebs allerdings unmöglich.

Momentan ist in ganz NRW kein Kontaktsport im Amateurfußball erlaubt. Die fast überall steigenden beziehungsweise auf hohem Niveau stagnierenden Inzidenzen sprechen nicht dafür, dass sich an dieser Regelung auf absehbare Zeit etwas ändert. Vielerorts wurden zudem die Sportplätze von den lokalen Behörden gesperrt.  

Wie geht es mit dem Pokal weiter?

Während auch die Pokalwettbewerbe im Jugendbereich auf Verbands- und Kreisebene ohne Wertung beendet werden, sei es bei den Herren und Frauen weiter das Ziel, einen Teilnehmer für den DFB-Pokal zu melden, erklärten die Landesverbände. Angestrebt werde ganz klar eine "sportliche Lösung", hieß es. Wie genau diese aussehen kann, ist derzeit noch offen. Dazu soll es "in den nächsten Tagen Gespräche mit allen beteiligten Vereinen" geben.

Mit Blick auf die kommende Spielzeit 2021/22 sagte Wolfgang Jades, Vorsitzender des Fußballausschusses im FVN: "Aufgrund der Corona-Problematik ist derzeit schwer abzusehen, wann ein Start der nächsten Saison erfolgen kann."

Stand: 19.04.2021, 14:44