Wuppertal-Stürmer Marco Königs (l.) geht Straelens Ole Päffgen im Zweikampf an

Fußball | Niederrheinpokal

Straelen gegen Wuppertals zwölften Mann: Revanche am Niederrhein?

Stand: 19.05.2022, 09:44 Uhr

In der Wiederauflage des Finals von 2021 streiten sich der SV Straelen und der Wuppertaler SV um die Fußball-Krone am Niederrhein und den DFB-Pokal-Einzug. Und das vor einer großen WSV-Kulisse.

Von Julian Tilders

Multitalente gibt es im Fußball viele. Auf und neben dem Platz. Ein Beispiel für letzteres ist Rudolf Zedi, Sportlicher Leiter des SV Straelen: Gleich zweimal war er auch Interimstrainer in der abgelaufenen Saison, in der Straelen von vier verschiedenen Trainern gecoacht wurde. Eine schwierige Spielzeit, in der der von Zedi installierte neue Trainer Steffen Weiß spät den Regionalliga-Klassenerhalt mit dem Team sicherte.

Doch nicht nur das, Zedis Trainerauswahl entpuppte sich auch im Pokal zum Glücksgriff: Weiß kegelte kurz nach Amtsantritt mit dem SVS im Niederrheinpokal-Halbfinale den Drittligisten MSV Duisburg raus. Nun steht Straelen vor dem Regionalliga-Duell im Endspiel gegen den Wuppertaler SV (Samstag, 21. Mai, 16.15 Uhr).

Abstieg wäre für Straelen "Super-GAU" gewesen

Springt auch mal an der Seitenlinie des SV Straelen ein: Rudolf Zedi, Sportlicher Leiter.

Springt auch mal an der Seitenlinie des SV Straelen ein: Rudolf Zedi, Sportlicher Leiter.

Der SVS-Sportchef beteuert im WDR-Gespräch: "Es wäre für uns schon ein Super-GAU gewesen, nicht die Klasse zu halten." Ob nach der kräftezehrenden Saison die Batterien leer seien? Das verneint er. "Nach dem Spiel bei Wegberg-Beeck sind die Festplatten auch bei den Spielern erstmal runtergefahren", aber in den letzten zwei Wochen seien die Batterien wieder aufgeladen worden.

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Wuppertaler SV will Revanche verhindern

Und diese Batterien sollten besser unter Hochspannung stehen, wenn in Duisburg das Finale angepfiffen wird. Denn der WSV, Regionalliga-Dritter und zwischenzeitlich mit Ambitionen im Aufstiegsrennen, weiß, wie man Straelen in einem Finale schlägt.

Bereits 2021 kam es zu diesem Duell, mit dem besseren Ende für den WSV. Der nun mit Trainer Björn Mehnert, der gerade den Fußballlehrer-Lehrgang macht, den Drittliga-Aufstieg anvisiert.

Das bestätigt der Sportliche Leiter Stephan Küsters: "Wenn wir sagen würden, nächstes Jahr geht's wieder gegen den Abstieg, hätten wir unsere Hausaufgaben nicht gemacht. Ohne aber, dass wir sagen, wir müssen unbedingt aufsteigen."

Stephan Küsters (r.), Sportlicher Leiter des Wuppertaler SV, mit Trainer Björn Mehnert.

Stephan Küsters (r.), Sportlicher Leiter des WSV, mit Trainer Björn Mehnert.

Küsters will von einer Favoritenrolle gegen den SVS derweil nichts wissen: "Straelen hat den MSV rausgeschmissen. Auch einige Verletzte sind der Grund, dass sie unten in der Tabelle gelandet sind. Das ist eine richtig gute Regionalliga-Mannschaft, die wir nicht unterschätzen."

Wuppertaler Fans beim Finale klar in Überzahl

Wobei Küsters' WSV einen Schub von den Fans, dem "zwölften Mann", erwarten darf. Über 4.500 Tickets seien schon Richtung Wuppertal gegangen. Bereits im Halbfinale habe man auch dank der Unterstützung Rot-Weiss Essen geschlagen und nun gegen Straelen "ein gefühltes Heimspiel".

Sportvorstand Peter Neururer hatte sich im Dezember 2021 gegenüber der Wuppertaler "Stadtzeitung" kritisch zum Fan-Andrang geäußert: "In Essen kommen derzeit mehr Zuschauer zum Training als beim WSV zu Heimspielen." Küsters ist nun zufrieden: "Wir genießen es, dass so viele Fans kommen."

Straelens Sportchef Zedi weiß: "Wir sind nunmal ein kleiner Klub. Wenn es 500 Fans aus Straelen werden, wäre das top." Beeindrucken ließe sich der SVS von den WSV-Fans nicht. Aber: "Jeder, der SVS im Blut hat, sollte sich auf den Weg in die Arena machen, um der Stimmung des WSV entgegenzutreten."

DFB-Pokal - sportlich und finanziell lukrativ

Beide Funktionäre basteln schon an der neuen Saison. Sowohl Zedi als auch Küsters betonen, dass ein DFB-Pokal-Einzug als Niederrheinpokal-Sieger an den Planungen nicht viel ändern würde.

"Es gibt da keinen Druck", sagt Küsters, wenngleich die Prämie (weit über 100.000 Euro) für den Einzug "eine lukrative Einnahme" wäre. Es gehe aber eher um das sportliche Erlebnis.

Zedi erklärt: "Unabhängig davon haben wir eine ganz klare Vorstellung, was den Kader betrifft. Es kann sein, dass wir bei Erreichen des DFB-Pokals im Saisonverlauf schauen, vielleicht gönnt man sich den ein oder anderen Spieler, den man sonst nicht geholt hätte." Aber das sei Spekulation.

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