Münsters Luke Hemmerich enttäuscht

Preußen Münster vor dem RL-Finale - "Den Kopf oben behalten"

Stand: 10.05.2022, 18:54 Uhr

Preußen Münster hatte lange die besten Karten zum Aufstieg aus der Regionalliga in die 3. Liga. Doch ausgerechnet vor dem letzten Spiel sind die "Adler" ins Hintertreffen geraten.

Von Michael Buchartz

Die Regionalliga bietet mit ihrem Herzschlagfinale am Samstag (14.05.2022) Hochspannung und eventuell einen tragischen Helden: Preußen Münster. Denn die Münsteraner hatten bis zum 37. Spieltag alle Trümpfe in der Hand, waren Spitzenreiter mit zwei Zählern vor Rot-Weiss Essen. Das hat sich gedreht.

Patzer zur ungünstigsten Zeit

Denn am letzten Freitag patzte Münster beim torlosen Remis in Wiedenbrück. "Natürlich sind wir enttäuscht. Wir hatten die Chancen, haben sie aber nicht genutzt", resümierte Trainer Sascha Hildmann. Auch zeigten sich die Spieler selbstkritisch. "Es war ein robuster Gegner. Wir haben vielleicht zu viel mit langen Bällen agiert", sagte Torwart Maximilian Schulze Niehues.

Essen nutzte den Münsteraner Patzer und gewann tags darauf beim SV Rödinghausen mit 3:0. Das hohe Ergebnis hat dazu geführt, dass RWE nicht nur nach Punkten gleich, sondern durch das nun bessere Torverhältnis in der Tabelle vorbeiziehen konnte. Münster lauert nun am letzten Spieltag auf einen Ausrutscher des Konkurrenten aus dem Ruhrgebiet.

Rot-Weiss Essen gegen Rödinghausen - die Tore

00:54 Min. Verfügbar bis 09.05.2023

Lizenz für Liga drei bekommen

Für Münster wäre der Aufstieg eine Rückkehr in den Profifußball, nachdem die Preußen 2020 aus der 3. Liga abgestiegen sind. Zuvor spielten "die Adler" zehn Jahre lang kontinuierlich in Liga drei. Die Lizenz für die höhere Liga hat Münster mit Auflagen bekommen. Es muss den DFB stets über die derzeit stattfindende Stadionmodernisierung auf dem Laufenden halten. 2027 soll die Arena komplett fertig sein.

Hoffen auf Ahlens Schützenhilfe

Bis dahin soll es mit der Rückkehr ins Profigeschäft aber nicht dauern. "Wir behalten die Köpfe oben. Da geht keiner in der Kabine runter. Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist", kündigte Hildmann einen Fight am letzten Spieltag an. Gegner ist dann im heimischen Stadion der Tabellen-Sechste 1. FC Köln II. Genug Unterstützung werden die "Adler" haben. Die Partie ist seit Wochen ausverkauft - mehr als 15.000 Zuschauer sind dabei.

Nachteil ist jedoch: Ein Kantersieg wird wohl nötig sein, sofern sich Essen nicht ebenfalls einen Patzer erlaubt. Schließlich muss Münster drei Tore aufholen. Denn die mehr geschossenen Treffer sprechen ebenfalls klar für Essen - 81 zu 72. RWE tritt vor ebenfalls ausverkauftem Haus zuhause gegen RW Ahlen an.