Fortuna-Angreifer Mike Owusu (M.) wird von Viktoria-Spielern bei einem Freundschaftsspiel angegangen

Fußball | Mittelrheinpokal

Fortuna fordert Viktoria Köln: "Kölsches Fußballfest" am Mittelrhein

Stand: 19.05.2022, 17:30 Uhr

Im Mittelrheinpokal kommt es zum Derby zwischen Fortuna und Viktoria Köln. Die Frage, wer die Nummer zwei im Kölner Fußball hinter dem FC ist, wird das Finale nicht langfristig beantworten - verleiht dem Endspiel aber zusätzliche Brisanz.

Von Julian Tilders

"In Köln ist für viele Vereine Platz", sagt Marcus Steegmann. Er ist Sportlicher Leiter des Fußball-Drittligisten Viktoria Köln, den "Rechtsrheinischen". Das Verhältnis zu dem auf der linken Rheinseite und mittlerweile in der Regionalliga beheimateten SC Fortuna sei gut.

Man engagiere sich gemeinsam sozial. "Es ist eine tolle Basis, wie die drei Vereine in Köln miteinander umgehen." Die drei Fußballklubs: Damit meint er eben allen voran den 1. FC Köln, seine Viktoria und die Fortuna.

Aber wer ist die Nummer zwei hinter dem FC? Diese Frage dürfte beiden Klubs vor dem Mittelrheinpokal-Finale (Samstag, 21. Mai 2022, 16.15 Uhr) zusätzliche Motivation geben.

Fortuna-Sportdirektor Mink: "Viktoria Nummer zwei in Köln"

Matthias Mink, seit April Sportdirektor des Regionalligisten SC Fortuna, meint zur Nummer-zwei-Frage: "Bei den Fans ist das vielleicht ein Thema. Ich sehe in erster Instanz dieses Finale."

Aber dann gibt er doch einen Einblick: "Ich sehe durch die Ligazugehörigkeit die Viktoria als die Nummer zwei in Köln." Und Fortunas Sportdirektor ergänzt: "Trotzdem sind wir der Verein mit der viel größeren Tradition - und was die öffentliche Wahrnehmung angeht, haben wir einen hohen Stellenwert. Dementsprechend arbeiten wir mit Viktoria auf Augenhöhe."

Unterschiedliche finanzielle Situationen bei Viktoria und Fortuna

Steegmann kennt die "sehr herausfordernde" Regionalliga West, schließlich kommt er mit der Viktoria (Aufstieg zur Saison 2019/20) von dort. Mink sieht aber langfristig viel Potential für die Fortuna, die in der Liga lange um den Aufstieg mitredete und letztendlich Rang fünf holte: "Wir haben eine gute Solidität, die nicht selbstverständlich war nach dem Abstieg (2019, d. Red.)."

Solidität ist Wirtschaftssprache und meint die finanziellen Begebenheiten. Bei der Viktoria waren und sind die dank Mäzen Franz-Josef Wernze sehr gut. Der Fortuna-Kasse täte wiederum eine zusätzliche Einnahme durch den DFB-Pokal-Einzug (weit über 100.000 Euro) ganz gut nach dem Ausstieg von Investor Michael Schwetje.

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Fortuna peilt erfolgreichen Abschluss für Trainer Ende an

"Wenn es so kommt, klar - das ist toll für den Verein. Vielleicht macht es auch das eine oder andere bei Kaderplanung einfacher", sagt Mink. Aber im Vordergrund stehe ein erfolgreicher Abschluss für Coach Alexander Ende. Markus von Ahlen wird ihm als Trainer nachfolgen.

Viktoria Köln mit Personalsorgen

Die Viktoria wird ihm diesen Abschied vermiesen wollen. Dies könnte ein Kraftakt werden. Steegmann nennt die schwere Verletzung von Stürmer Timmy Thiele, erzählt von Personalsorgen über die Saison - und sie verfolgen Viktoria auch vor dem Finale.

"Am Dienstag konnte ich gerade einmal sechs Spieler auf dem Trainingsplatz begrüßen", erklärte Trainer Olaf Janßen dem "Kicker". Eine Grippewelle.

Steegmann: "Wird ein Kölsches Fußballfest"

Heiß ist der Höhenberger Klub vor dem Finale im eigenen Stadion aber allemal. "Mit 6.000 Zuschauerinnen und Zuschauern können wir sicher rechnen", sagt Steegmann.

Er kennt als Spieler und Funktionär das Gefühl als mehrfacher Mittelrheinpokal-Sieger mit der Viktoria. "Das wird ein kölsches Fußballfest - den FC einmal ausgeklammert", sagt der 41-Jährige.

Steegmann schaffte es selbst in aktiven Zeiten mal ins DFB-Pokal-Achtelfinale. Und erzählt gerne von seinen Erfahrungen: "Mit dem TuS Koblenz haben wir in der ersten Runde Fortuna Düsseldorf besiegt, in der zweiten Hertha BSC. Da hat Michael Stahl aus 61 Metern das Tor des Jahres 2010 geschossen. Im Achtelfinale hat uns Kaiserslauterns Srdjan Lakic mit drei Toren dann erlegt."

Ob die Viktoria- oder die Fortuna-Spieler solche Geschichten mal selbst irgendwann erzählen können, wird auch das Finale am Samstag entscheiden.

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