Kreisliga Neuss - Spielabbruch trotz Polizeieinsatz

Torpfosten auf Ascheplatz

Kreisliga Neuss - Spielabbruch trotz Polizeieinsatz

  • Rund 50 Polizisten im Einsatz beim Kreisliga C-Spiel in Neuss
  • Partie zwischen SG Erftal und Mesopotamia dennoch abgebrochen
  • Zu Straftaten kam es nach Polizeiangaben nicht

Bei einem von rund 50 Polizisten abgesicherten Kreisligaspiel zwischen einem kurdisch und einem türkisch geprägten Fußballverein ist es nach einem Salut-Jubel zum Spiel-Abbruch gekommen. Mindestens ein Spieler aus dem türkisch geprägten Team soll bei der Partie am Donnerstagabend (17.10.2019) nach dem dritten Treffer salutiert haben, wie eine Polizeisprecherin am Freitag sagte. Die gegnerische Mannschaft - Mesopotamia aus Grevenbroich - verließ daraufhin das Feld.

Polizeikette zur Trennung der Gruppen

Danach liefen den Angaben nach Leute aus beiden Lagern auf den Platz. Die Polizisten bildeten demnach eine Polizeikette, um die Gruppen auf dem Spielfeld voneinander zu trennen. Nach Hinweisen auf mögliche Auseinandersetzungen kurz vor Beginn des Spiels, hatte die Polizei Kräfte zusammengezogen und war mit einem größeren Aufgebot vor Ort. Zu Straftaten kam es den Angaben nach nicht.

Für die Partie war ein Schiedsrichter-Gespann mit Linienrichtern angesetzt worden, was für die Kreisliga unüblich ist. Im normalen Liga-Betrieb macht den Job ausschließlich der Schiedsrichter. Die Partie in Neuss leitete der oberliga-erfahrene Tim Brüster.

Türkische Nationalspieler hatten in den vergangenen Tagen wiederholt beim Torjubel einen militärischen Gruß gezeigt. Ihr politisches Bekenntnis zum Militäreinsatz türkischer Streitkräfte in Nordsyrien zur Bekämpfung der Kurdenmiliz YPG wird international kritisiert.

red/dpa | Stand: 18.10.2019, 11:17