Regionalliga-Rekordspiel: Freude in Essen, Tristesse in Uerdingen

Oguzhan Kefkir feierten einen seiner drei Treffer gegen den KFC Uerdingen.

Regionalliga-Rekordspiel: Freude in Essen, Tristesse in Uerdingen

Es war ein denkwürdiger Samstagnachmittag im Stadion Velbert: Rot-Weiss Essen besiegte den KFC Uerdingen mit 11:0 und stellte gleich mehrere Rekorde auf. Die Uerdinger versuchen, nach vorne zu schauen.

Oguzhan Kefkir hatte ein bisschen Mitleid mit dem KFC Uerdingen: "Es ist traurig zu sehen, was aus Uerdingen geworden ist. Man kann der aktuellen Mannschaft nichts vorwerfen. Die versuchen alles, aber ich kann mir schon vorstellen, unter welchen Bedingungen sie arbeiten müssen. Ich wünsche dem Verein nur das Beste", sagte der Linksaußen von Rot-Weiss Essen am Samstag dem "Reviersport".

In den 90 Minuten zuvor hatte RWE den komplett neu aufgestellten Drittliga-Absteiger im Stadion Velbert nach Strich und Faden vorgeführt und mit sage und schreibe 11:0 gewonnen. Kefkir, der zwischen 2017 und 2019 79 Spiele für die Krefelder absolvierte, steuerte drei Tore und drei Vorlagen zum Sieg bei.

"Der Gegner war überfordert"

Stürmer Simon Engelmann traf ebenfalls drei Mal in einem historischen Spiel. Noch nie zuvor hatte eine Mannschaft in der Regionalliga West höher gewonnen. Für RWE war es gleichzeitig der höchste Sieg der Vereinsgeschichte. "Der Gegner war überfordert und wir haben es souverän sowie konzentriert gespielt – wir waren in allen Belangen überlegen. Persönlich nehme ich natürlich die drei Tore gerne mit", sagte Engelmann.

"Man hat den Jungs angemerkt, dass sie über 90 Minuten Bock hatten Tore zu schießen", sagte RWE-Trainer Christian Neidhart. "Ich hatte vor vor dem Spiel großen Respekt, weil solch eine Tabellenkonstellation oft als eindeutig interpretiert wird, im Spielverlauf war ich dann deutlich ruhiger."

RWE drei Punkte vor Wuppertal

Die Essener bauten durch den Sieg ihre Führung an der Tabellenspitze aus und stehen mit 25 Punkten nun drei Punkte vor dem Wuppertaler SV, der am Frietag nicht über ein 2:2 gegen den SV Lippstadt hinaus kam. Für RWE war es gleichzeitig das neunte Spiel in Folge ohne Niederlage.

Ganz anders sieht die Welt in Uerdingen aus. Mit nur sechs Punkten nach elf Spielen steht der KFC auf dem 18. Tabellenplatz. Nach dem Ausstieg von Präsident und Investor Michail Ponomarew sitzt der Verein auf dem großen Schuldenberg. Es folgte der Zwangsabstieg aus der 3. Liga. Das 0:11 gegen RWE, gleichzeitig die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte, ist nun ein neuer Tiefpunkt.

"Ein rabenschwarzer Tag"

"Für uns ist es ein rabenschwarzer Tag. Es hat nichts gepasst. Wir sind sehr schnell in Rückstand geraten und überhaupt nicht ins Spiel gekommen", sagte KFC-Trainer Dmitry Voronov. "Essen hat dann relativ zügig das zweite Tor nachgelegt. Wir haben uns sehr schwergetan. So etwas darf einfach nicht passieren. Das ist ganz klar."

Vornovo versuchte aber gleich, den Blick nach vorne zu richten: "Wir haben keine Zeit zum Weinen. Es geht Schlag auf Schlag weiter. Wir werden die Partie analysieren, aber auch schnell abhaken. Jetzt muss eine Reaktion kommen", so der 36-Jährige.

Beide Klubs nun im Niederrhein-Pokal

Die erste Chance zur Rehabilitierung hat der KFC bereits am kommenden Mittwoch. Das treten die Krefeler im Niederrhein-Pokal zum Landesligisten EG Eintracht Bedburg-Hau (19.30 Uhr). In der Regionalliga heißt der nächste Gegner dann am kommenden Samstag (14 Uhr) SV Straelen. Rot Weiss Essen reist am Mittwoch (19.30) im Niederrhein-Pokal zu den Sportfreunden Neuwerk. In der Regionalliga geht es dann am kommenden Samstag (14 Uhr) mit einem Heimspiel gegen den SC Wiedenbrück weiter.

lt | Stand: 10.10.2021, 12:11