Bergisch Gladbach: Der jüngste Trainer führt das "gallische Dorf"

Trainer Helge Hohl (Bergisch Gladbach)

Bergisch Gladbach: Der jüngste Trainer führt das "gallische Dorf"

Von Thorsten Rosenberg

  • Bergisch Gladbach empfängt Dienstag Rödinghausen
  • 27-jähriger 09-Trainer Helge Hohl setzt auf Kollektiv
  • Kein großer Umbruch, SV setzt auf bewährte Tugenden

Der erste "Dreier" ist unter Dach und Fach: Mit dem 1:0-Sieg in Wattenscheid feierte Regionalliga-Neuling SV Bergisch Gladbach am Wochenende im dritten Spiel den ersten Saisonsieg. Schon am Dienstag (20.08.2019, 19.30 Uhr) geht es für das Team mit dem erst 27-jährigen Chefcoach Helge Hohl gegen einen Meisterschaftsfavoriten. Im Nachholspiel des 3. Spieltages empfangen die 09er den SV Rödinghausen.

Die Kräfteverhältnisse sind vor der Partie klar verteilt: Der SV hat den Klassenerhalt als Saisonziel ausgegeben, die Ostwestfalen spielen um den Meistertitel. "Wir werden es ähnlich wie gegen Wattenscheid angehen", sagt Hohl, der auf das mannschaftliche Kollektiv setzt. "Aus einer großen Kompaktheit, wo wir leidenschaftlich verteidigen und lange die Null halten wollen, um dann den einen oder anderen Nadelstich zu setzen", verrät der Coach im Gespräch mit dem WDR seine Devise für die Partie.

Bergisch Gladbachs Trainer Helge Hohl (27): "Ich versuche einfach, ich selbst zu sein“

Sportschau 19.08.2019 10:18 Min. Verfügbar bis 19.08.2020 Das Erste

Hohl ist 2018 beim damaligen Mittelrheinligisten als Cheftrainer eingestiegen. Aus der Abstiegszone entwickelte der gerade erst 27 Jahre alt gewordene Übungsleiter einen Aufsteiger, der nun viertklassig spielt. Ligaweit ist Hohl damit der jüngste Trainer. Der Coach ist dankbar, dass die Vereinsführung einen so jungen Mann auf diesem wichtigen Posten installierte.

Das Mannschaftsfoto des SV Bergisch Gladbach 09 für die Saison 2019/20.

Das Mannschaftsfoto des SV Bergisch Gladbach 09 für die Saison 2019/20.

"Es ist jeden Tag ein Privileg"

"Es ist jeden Tag ein Privileg, in so jungen Jahren auf diesem Niveau arbeiten zu dürfen", sagt der selbstbewusste Fußball-Lehrer, der zunächst einige Jugendteams beim TSC Euskirchen und bei Hertha Walheim trainierte, später dann auch das Landesligateam des Klubs nördlich der Eifel übernahm und nebenbei noch eine Fußballschule führt. Mit "guter und harter Arbeit" möchte er dem Klub wieder etwas zurückgeben.

Ajet Shabani, der Kapitän des SV Bergisch Gladbach 09, in der Partie gegen die U21 des 1. FC Köln.

Ajet Shabani, der Kapitän des SV Bergisch Gladbach 09, in der Partie gegen die U21 des 1. FC Köln.

"Der Verein hat einfach auch gesagt, dass wir das Abenteuer Regionalliga mit den ähnlichen Mitteln angehen, das heißt keine riesigen finanziellen Sprünge machen werden", erklärt der Coach. Dementsprechend ist das wirtschaftliche Risiko begrenzt. Ein Absturz wie beim TV Herkenrath, der nach seinem Abstieg im Sommer nun einen Neuanfang in der Kreisliga B startet, ist nicht zu erwarten. Für die Spieler und auch den Trainer sei es eine einmalige Gelegenheit, als das "gallische Dorf" in der Regionalliga auftreten zu können, sagt Hohl und ergänzt: "Ich find, das hat oftmals auch für eine Mannschaft mehr Charme, als mit den Riesen-Bedingungen was leisten zu müssen."

Stand: 19.08.2019, 16:38