Schwer verletzt nach dem Freizeit-Kick: Was nun?

Martin Schymainski der Krefelder Pinguine

Schwer verletzt nach dem Freizeit-Kick: Was nun?

  • Krefelds Eishockeyprofi Martin Schymainski hat sich schwer verletzt.
  • Was passiert, wenn sich Profis in ihrer Freizeit verletzen?
  • Für Berufssportler ist ihr Körper schließlich ihr Kapital.

Mindestens drei Monate Pause wird Martin Schymainski machen müssen. Der Eishockey-Profi der Krefeld Pinguine hatte sich am vergangenen Sonntag (07.07.2019) bei einem Hobby-Fußballturnier die Achillessehne gerissen. Den Saisonstart wird er verpassen. Schymanskis Teilnahme sei allerdings genehmigt gewesen, teilte der Klub mit.

Ob man derartige Teilnahmen bei den Pinguinen im Zuge dieser Verletzung neu bewertet, sei noch nicht zu beantworten. Es sei die erste dieser schweren Art gewesen. Doch wie sind derlei außerberufliche sportliche Betätigungen in anderen Sportarten geregelt?

Kostspielige Policen

Jörg Föste, Geschäftsführer Sport beim Handball-Bundesligisten Bergischer HC, sagt, dass lediglich "in den Verträgen vereinbart ist, dass der Sportler in der Freizeit sein Leistungsvermögen nicht einschränkt".

Konkrete Regelungen oder gar spezielle Sportverbote seien dort nicht vorgesehen. "Ich habe so etwas in all den Jahren auch noch nicht erlebt. die Handballer gehen sehr pfleglich mit sich um", sagt Föste. Die Spieler seien bei der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft versichert, die nach der Verletzung für einen gewissen Zeitraum einspringe. "Alle passen auf, dass sie diesen Zeitraum dann nicht überschreiten, um möglichst wenig Geld zu verlieren", so Föste. Schließlich gehe es bei Handballern um andere, deutlich geringere Beträge, als etwa bei Profi-Fußballern.

In der Fußball-Bundesliga seien die meisten Profis noch zusätzlich privat versichert, sagt Wolfgang Holzhäuser. Der langjährige Geschäftsführer von Bayer 04 Leverkusen weist aber darauf hin, dass es nicht viele Versicherungen gibt, die eine derartige Police anbieten und diese zudem sehr kostspielig seien.

Standardverträge der Deutschen Fußball Liga

Ehemaliger Sprecher der Geschäftsführung von Bayer 04 Leverkusen Wolfgang Holzhäuser

Wolfgang Holzhäuser

Er selbst hatte in seiner Zeit beim Werksklub einmal den Fall, dass sich ein Spieler außerhalb des Trainings eine schwerwiegende Verletzung zugezogen hat. Ex-Nationalspieler Patrick Helmes hatte sich bei einem Kick mit seinen Freunden um die Weihnachtszeit einen Kreuzbandriss zugezogen. "Erfreut waren wir darüber sicher nicht", erinnert sich Holzäuser. Der Klub hat dann aber nach der ausgelaufenen Entgeltfortzahlung aus Kulanzgründen alles im Sinne des Spielers geregelt.

Allerdings könnten sich aus Sicht Holzhäusers aus solchen Unfällen auch Kündigungsgründe ergeben. "Das müsste man dann aber im jedem Fall einzeln ganz genau prüfen", so der 69-Jährige - und auch konkret verfolgen.

In früheren Zeiten habe es in den Standardverträgen der Deutschen Fußball Liga sogar konkrete Ausschlusskriterien wie die Risikosportaten Skifahren oder Fallschirmspringen gegeben. Allerdings seien diese recht fragwürdig gewesen. "So etwas würde ich gar nicht erst unterschreiben", sagt Holzhäuser.

Seit gut zweieinhalb Jahren gibt es neue DFL-Verträge, die zwar einen optimalen Umgang mit dem eigenen Körper einfordern sowie eine enge Zusammenarbeit mit dem Klub vorsehen. Konkrete Ausschlusssportarten sind dort aber nicht mehr niedergeschrieben.

Depressionen bei Spitzensportlern 04:12 Min. Verfügbar bis 30.12.2099

Stand: 09.07.2019, 08:30