Iserlohn Roosters - trotz Topscorer kein Playoff-Kandidat

Jonathan Matsumoto (r.) hat in dieser Saison auch schon gegen die DEG getroffen.

Iserlohn Roosters - trotz Topscorer kein Playoff-Kandidat

Von Christian Zelle

  • Matsumoto hat in 47 Spielen 53 Punkte erzielt
  • Punktbester Verteidiger spielt auch bei den Roosters
  • Der Kölner Draisaitl hat in der NHL das gleiche Problem

Statistiken mögen nicht lügen, aber sie erzählen eben auch nicht die ganze Wahrheit. Wirft man etwa einen Blick auf die Spielerstatistiken der Deutschen Eishockey Liga (DEL), könnte man durchaus auf die Idee kommen, dass die Iserlohn Roosters ein sicherer Playoff-Kandidat sind. Immerhin haben sie nach 47 Spieltagen in Jonathan Matsumoto (53 Punkte) den Topscorer der Liga gestellt.

Die Top-Position musste er am Dienstag (19.02.2019) vorläufig für den Straubinger Jeremy Williams räumen, der beim 7:3-Erfolg gegen Berlin an vier Toren beteiligt war. Den punktbesten Verteidiger haben die Roosters in Dylan Yeo (34) nach wie vor in ihren Reihen.

Lean Bergmann Kandidat für Rookie des Jahres

Die Sauerländer haben ungeachtet dessen nur noch theoretische Chancen auf den Playoff-Einzug. Elf Punkte Rückstand auf Rang zehn sind fünf Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde eine schwere Hypothek. Sollte sie zu schwer sein, sind Top-Positionen in Statistiken kein Trost.

Daran würde sich auch nicht viel ändern, sollte Lean Bergmann von den Fans in der DEL zum Rookie des Jahres gewählt werden. Der 20-Jährige, der bei Iserlohn in 45 Spielen 25 Punkte sammelte und zum Nationalspieler reifte, ist neben Moritz Seider (Mannheim), Tobias Eder (München) und Lucas Dumont (Köln) nominiert. 

Leon Draisaitl

Leon Draisaitl

Die bittere Erfahrung, dass herausragende Einzelkönner in einer Teamsportart keine Erfolgsgarantie sind, machen die Iserlohner nicht exklusiv. Einem Klub in der besten Eishockey-Liga der Welt ergeht es gerade nicht viel besser. Die Edmonton Oilers aus der NHL haben in Connor McDavid (83 Punkte in 57 Spielen) sowie dem Kölner Leon Draisaitl (71/59) zwei All Stars der Liga im Kader, die ihresgleichen suchen. Trotzdem liegen sie als Vorletzter der Western Conference nur einen Zähler vor den Los Angeles Kings, dem Arbeitgeber von Ex-Bundestrainer Marco Sturm, und werden sich deutlich steigern müssen, um beim Saisonfinale dabei zu sein.

Matsumoto war mit München schon Meister

Während die Oilers aber noch mehr als 20 Partien Zeit haben, um einen Rückstand von sieben Zählern aufzuholen, können sich die Iserlohner keine weiteren Ausrutscher erlauben. Sie sollten also am Mittwoch (20.02.2019) im Heimspiel gegen die Düsseldorfer EG eine ähnlich überzeugende Vorstellung abliefern, wie am Sonntag beim 8:2 gegen Nürnberg.

Matsumoto war in dieser Partie übrigens mit einem Tor und zwei Assists einmal mehr Topscorer. Dass er wie in der vergangenen Saison, in der er mit München Meister wurde, zum wertvollsten Spieler der Playoffs gewählt wird, ist trotzdem unwahrscheinlich.

Leon Draisaitl vierter deutscher Allstar in der NHL Sportschau 26.01.2019 00:48 Min. Verfügbar bis 26.01.2020 Das Erste

Stand: 19.02.2019, 22:52