Das Team der Kölner Haie nach dem Testspiel gegen Adler Mannheim.

Kölner Haie - Mindestens Playoffs und Außenseiterchancen

Stand: 08.09.2022, 14:38 Uhr

Die Kölner Haie waren in der Historie schonmal weiter oben in der DEL und wollen mittelfristig wieder dorthin. Wofür es komende Saison reicht, bleibt abzuwarten.

Von MIchael Buchartz

Die Fans der Kölner Haie sind darüber einig, dass der traditionsreiche Eishockey-Klub nach ganz oben gehört. Und so sangen sie beim Testspiel in Stuttgart gegen die Bietigheim Steelers schon wieder vom "Deutschen Meister KEC". Die Realität sieht anders aus - der KEC ist zum 50-jährigen Vereins-Jubiläum ein Außenseiter in der Liga, Favoriten sind andere.

So lief die vergangene Saison

Einer der Favoriten waren die Eisbären Berlin, die schließlich auch den Titel holten. Dafür räumten sie im Playoff-Viertelfinale die Kölner aus dem Weg. Man kann also sagen, der KEC schied - wenn auch deutlich - gegen den späteren Meister aus. Eine Niederlagenserie im Winter war dafür verantwortlich, dass man das Mindestziel "Pre-Plyoffs" sogar fast verspielt hätte. Der Traditionsklub aus Köln-Deutz befindet und befand sich im Mittelmaß, zu wenig für die Ansprüche der Fans - die sich endlich wieder den KEC vorne wünschen.

"Als wir endlich wieder Scrhitte vorwärts gemacht haben, kam Corona und nahm uns komplett den Wind aus den Segeln", begründete Kapitän Moritz Müller im Sportschau-Interview das Mittelmaß und führte aus: "Da war es teilweise fünf vor zwölf, denn die Haie funktionieren nicht ohne Zuschauer. Und an Meistertitel gar nicht zu denken". Spielerisch wurde vor allem ein agressiver Spieler, ein "Leader" wurde oft vermisst.

Wer kommt, wer geht

Viel hat sich im Kader der Haie getan. 14 Abgänge verzeichnete das Team von Trainer Uwe Krupp. Darunter auch einige hochkarätige und bekannte Namen wie Marcel Müller, Sebstian Uvira oder Colin Ugbekile. Insgesamt hat man sich von Spielern getrennt, die wegwollten oder die Erwartungen nicht erfüllt haben.

Dem gegenüber sind zehn Spieler neu dazugestoßen. Mit Nick Bailen hat man einen hoffnungsvollen Verteidiger aus der starken russischen Liga verpflichtet. Bailen wurde dort zuletzt zum besten Abwehrmann der Liga gewählt. "Nick Bailen ist ein offensiv ausgerichteter, rechtsschießender Verteidiger, der seit einigen Jahren in verschiedenen Ligen in Europa seine Qualität unter Beweis gestellt hat", erklärte Krupp.

Mirko Pantkowski und Oleg Shilin sollen im Tor die Haie stärken. Auch Zugang Stanislav Dietz machte in den Testspielen einen starken Eindruck. Dazu hat man mit Carter Proft einen etwas kompromissloseren Spieler geholt, der den Haien mit seiner etwas aggressiven Art gut tun dürfte.

Der Trainer

Krupp hat eine bewegte Vergangenheit und ist ein echter "kölscher Jung". Als Spieler ungemein erfolgreich und Gewinner des Stanley-Cups in der NHL, konnte er am Anfang auch als Trainer überzeugen. Er führte die Eishockey-Nationalmannschaft 2010 ins WM-Halbfinale. In seinen ersten beiden Jahren als Vereinstrainer beim KEC führte er diese direkt ins Playoff-Finale, die jeweils verloren gingen.

Dann verschlechterten sich die Ergebnisse und Krupp wurde entlassen. Über Berlin und Prag landete er 2020 wieder bei den Haien, wo er im Februar 2022 einen langfristigen neuen Vertrag unterzeichnete. Er hat ungemein viel Erfahrung, dennoch ließen Erfolge in den letzten Jahren etwas auf sich warten. Die sollen nun mittelfristig in Köln kommen.

Erwartungen an die Saison

"Optimistisch" gehe man in die Saison. Ein genaues Saisonziel gab der Klub nicht aus - doch Kapitän Müller hatte die im Interview eine Antwort auf die Frage, worauf er sich freue, parat: "Auf die Playoffs. Und ja, wir werden dabei sein." Auch sein Trainer Krupp ist zuversichtlich: "Es sieht nach den ersten Wochen der Vorbereitung schon ganz gut aus." In der Tat: Man schlug Zweitligist Bad Nauheim mit 5:2, mit dem gleichen Ergebnis war man beim Liga-Konkurrenten Bietigheim Steelers erfolgreich.

Die Favoriten auf den Titel sind dennoch andere - Mannheim, Berlin oder München. Doch die Haie können mit einem guten Lauf viel erreichen, denn hinter den großen Drei erscheint die DEL äußerst ausgeglichen. "Es wird sich zeigen, wie wir uns in der sehr ausgeglichenen Liga schlagen", äußerte sich Chefcoach Krupp zu den Zielen des KEC. Die Fans dagegen sind überzeugt, dass das Team auch wieder oben mitspielen kann.