Iserlohn Roosters: Mit neuem Antrieb aus der Krise

Spieler der Iserlohn Roosters bejubeln ein Tor

Iserlohn Roosters: Mit neuem Antrieb aus der Krise

Von Julian Tilders

  • Stimmungsboykott der Fans in der vergangenen Saison
  • 17 Neuzugänge bilden eine neue Mannschaft
  • Routinier Baxmann als neuer Fixpunkt in der Defensive

So lief die vergangene Saison

Kurz gesagt: enttäuschend. Nachdem vor zwei Jahren immerhin noch die Pre-Playoffs (Platz acht) erreicht wurden, erlebten die Iserlohn Roosters zuletzt eine äußerst schwache Saison - Stimmungsboykott der Fans inklusive. "Es ist ihr Recht, ihre Meinung zu äußern. Das haben sie getan", blickt der Sportliche Leiter Christian Hommel im WDR-Gespräch zurück.

Iserlohn Roosters – "Es kann nur besser werden" Sportschau 11.09.2019 03:21 Min. Verfügbar bis 09.09.2020 Das Erste

In den ersten zehn Spielen holte das Team lediglich vier Siege, hatte mit großer Inkonstanz zu kämpfen. Die Leistungsspanne reichte von einem grandiosen 8:3-Erfolg gegen den EHC München bis hin zu einer ernüchternden 2:6-Pleite gegen die Adler Mannheim - nur wenige Spieltage später.

Nach 20 Partien standen nur sechs Siege in der Bilanz. Der Kanadier Rob Daum wurde im November 2018 als Coach entlassen, sein Landsmann Jamie Bartman übernahm als langjähriger Co-Trainer das Ruder. Doch die Lage besserte sich nicht sonderlich. Die Roosters verloren zwischenzeitlich zehn Partien in Folge, am Ende verbuchte der Klub in der DEL-Hauptrundentabelle den 13. und vorletzten Platz. Auch das Kapitel Bartman war beendet - er heuerte im Mai 2019 als Assistenztrainer bei den Augsburger Panthern an.

Wer kommt, wer geht?

Das ernüchternde Abschneiden führte im Sommer zu regem Treiben auf dem Transfermarkt. Der Kader wurde fast komplett ausgetauscht: 17 Neuzugänge wurden an Bord geholt. Inklusive des Abgangs von Nationalstürmer Lean Bergmann nach Mannheim im Januar und des Wechsels von Jordan Smotherman zu den Belfast Giants im Februar verließen 16 Akteure den Verein. Außerdem wurden sechs weitere Spieler verliehen.

In der Offensive muss der Abgang von Top-Scorer Anthony Camara (23 Tore, 20 Assists) kompensiert werden. Der Kanadier unterschrieb beim fünfmaligen schwedischen Meister HV71. Auch der ligabekannte Angreifer Travis Turnbull, der schon für die Düsseldorfer EG, den ERC Ingolstadt und die Kölner Haie auf dem Eis stand, packte seine Sachen und wechselte zu den Straubing Tigers.

Um die wackelige Defensive zu stabilisieren, könnte der routinierte Jens Baxmann (34 Jahre), der sein halbes Leben bei den Eisbären Berlin verbrachte, ein wichtiger Faktor sein. "Ich habe natürlich gewisse Erfahrungen gesammelt, die in kritischen Momenten auf dem Eis helfen können", erklärt Baxmann. Im letzten Testspiel gegen die Grizzlys Wolfsburg trug er auch die Kapitänsbinde, die noch nicht fest vergeben ist. Daniel Weiß (Angriff), der aus Nürnberg geholt wurde oder Chris Rumble (Abwehr, Fischtown Pinguins) wären wohl auch Kandidaten für dieses Amt.

Lesen Sie hier in Teil zwei: "So tickt der neue Trainer" und "Erwartungen an die Saison"

Stand: 10.09.2019, 18:17