"Wie ein Kind" - DEB-Coach vertraut Moritz Müller

Moritz Müller

"Wie ein Kind" - DEB-Coach vertraut Moritz Müller

  • DEB-Team gewinnt erstes Spiel gegen Großbritannien
  • Moritz Müller führte Mannschaft erstmals als Kapitän auf das Eis
  • Der Kölner Verteidiger ist seit 2013 Nationalspieler

"Moritz Müller ist wie Kind". So lautet die Antwort von Eishockey-Bundestrainer Toni Söderholm auf die Frage, warum er den Abwehrspieler der Kölner Haie als Kapitän für die Weltmeisterschaft auserkoren hat. Was Söderholm meint, ist die kindliche Begeisterung, die sich der 32-Jährige bis heute bewahrt hat.

"Diese Freude und Begeisterung. Er ist immer voll dabei. Er bereitet sich für jede Übung, für jedes Training voll vor. Er ist immer bereit, sich für die Mannschaft reinzuwerfen", lobte Söderholm seinen Kapitän im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur vor dem WM-Start am Samstag (11.05.2019), bei dem die DEB-Auswahl Großbritannien mit 3:1 (0:0, 1:0, 2:1) bezwang.

"Wilde Zeiten" in Kindheit und Jugend

Der Schwiegersohn des früheren Fußball-Bundesliga-Profis und -Manager Thomas Eichin ist stark von seiner turbulenten Kindheit geprägt worden. "Meine Mutter ist verstorben, da war ich vier. Von da an waren mein Vater und ich auf uns allein gestellt. Mein Vater hat mir ein unkonventionelles Leben vorgeführt, es waren wilde Zeiten", offenbarte Müller vor einigen Wochen im Interview der "Süddeutschen Zeitung".

Das Bewusstsein, Dinge auch abseits des Mainstreams angehen zu können, steckt noch immer in ihm. Das, was er sagt, hat Substanz. Der Olympia-Silbermedaillengewinner von 2018 gilt als Inbegriff dessen, was gemeinhin als "mündiger Spieler" bezeichnet wird. Immer wieder machte er auf die seiner Meinung nach vorherrschenden Missstände im deutschen Eishockey aufmerksam: die mangelhafte Ausbildung junger deutscher Spieler, die TV-Situation und eine fehlende Spielgewerkschaft etwa. Dies verschaffte ihm Respekt.

Seit 2013 gehört Müller zum Inventar des Nationalteams

"Moritz ist immer bereit, für Deutschland zu spielen", weiß Söderholm. Seit 2013 gehört der kompromisslose Arbeiter zum Inventar des Nationalteams. Die jährliche WM nach einer langen Saison mit 56 Vorrundenspielen und eventuell folgenden Playoffs mit maximal 24 weiteren Partien in der Deutschen Eishockey Liga sind nicht immer per se ein Vergnügen. Müller aber kommt verlässlich.

So lange spielen, bis er als "zu schlecht rausfällt"

Selbst im vergangenen Jahr, als seine Frau hochschwanger war. Das zweite Kind der Müllers aber kam planmäßig - nach der WM. "Das war natürlich ein bisschen knapp. Das hätte dann vielleicht nicht jeder gemacht", meint Müller selbst. Zurücktreten aus der DEB-Auswahl will Müller nie. Der gebürtige Frankfurter will spielen, bis er als "zu schlecht rausfällt". Es könnten noch einige WM-Turniere hinzukommen.

Draisaitl und Müller - die Eishockeystars vor der WM Sportschau 30.04.2019 16:50 Min. Verfügbar bis 30.04.2020 Das Erste

Stand: 10.05.2019, 13:54

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