Moritz Müllers außergewöhnliches Engagement für lokale Händler

Eishockeyspieler Moritz Müller (Kölner Haie) bei einer Autogrammstunde.

Moritz Müllers außergewöhnliches Engagement für lokale Händler

  • Eishockey-Profi gründet Plattform für lokale Händler
  • Moritz Müller nutzt Reichweite und Kontakte des Sports
  • Haie, FC und Unternehmen schieben Projekt mit an

Eigentlich würde er sich jetzt auf die Eishockey-WM vorbereiten, doch die fällt ja bekanntlich aus. Jetzt macht Moritz Müller von den Kölner Haien auf eine andere Art auf sich reden. Mit einer Non-Profit-Plattform im Internet initiiert er Hilfe für den lokalen Einzelhandel.

"Localoos" heißt das Portal, auf dem lokale Anbieter ihre Waren und Dienstleistungen anbieten können. "Ob das kleine Café um die Ecke, der Blumenladen oder der Handwerksbetrieb – das sind für mich schützenswerte Läden, die ganz besonders für die Vielfalt im Veedel stehen", stellt Müller die Plattform vor, die er zusammen mit fünf weiteren Helfern, die vornehmlich aus dem IT-Bereich kommen, auf die Beine gestellt hat.

Moritz Müllers Einsatz für lokale Händler in Zeiten der Pandemie

Sportschau 08.04.2020 04:54 Min. Verfügbar bis 08.04.2021 ARD Von Christian Schulze

"Ich versuche schon immer nach den Werten zu leben, regionaler einzukaufen und nicht die großen Lieferketten in Anspruch zu nehmen", sagte Müller am Mittwoch (08.04.2020) im WDR-Interview. Die durch das Coronavirus ausgelöste Krise nahm er nun zum Anlass, aktiv zu werden und den Schulterschluss mit den Unternehmen zu wagen.

Partnern der Vereine etwas zurückgeben

Also sprach er zunächst Philipp Walter, den Geschäftsführer seines Vereins, an und stiess direkt auf offene Ohren. "Wir haben ja vielleicht auch Partner, die in finanzielle Engpässe geraten sind", so Müller, der jetzt die Chance sieht, etwas zurückzugeben, denn: "Wir haben es bei den Haien ja nun auch andersherum erlebt."

Reichweite und Kontakte nutzen

Auch der 1. FC Köln zeigte sofort Interesse. Beide Klubs schrieben ihre Geschäftspartner und Sponsoren an (beim FC waren es knapp 6.000), ob sie sich nicht auf der Plattform präsentieren wollen. So konnte Müller seine Kontakte nutzen, um auf eine hohe Reichweite zu kommen.

Als nächster Schritt sollen dann die Fans angeschrieben werden: "Das sind die Partner, die in den letzten Jahren so loyal Eurem Sportverein gegenüber waren. Schaut doch mal, ob Ihr etwas benötigt", soll das Credo der Anschreiben sein und so für Bestellungen bei den Geschäften sorgen.

Sechs Lieferwagen zur kostenlosen Nutzung

"Vielleicht können manche noch liefern, manche verkaufen Gutscheine, oder es entstehen Hilfen untereinander", hofft der Eishockey-Profi auf Synergieeffekte. Eine dieser Hilfen kam von "Toyota". Das Unternehmen stellte sechs Lieferwagen zur Verfügung, die die Geschäfte kostenlos für Auslieferungen nutzen können.

Stand: 08.04.2020, 16:03