Krefeld Pinguine - Zittern vor der Gesellschafterversammlung

Die Spieler der Krefeld Pinguine stehen zusammen auf dem Eis

Krefeld Pinguine - Zittern vor der Gesellschafterversammlung

  • Krefelder Eishockey-Klub mit ungewisser Perspektive
  • Gesellschafterversammlung könnte Vorentscheidung bringen
  • Zukunft hängt an Hauptgesellschafter Ponomarev

Die Krefeld Pinguine bangen um ihre Existenz. Seit Wochen schwelt ein Konflikt mit Hauptgesellschafter Mikhail Ponomarev. Es herrscht Anspannung und Verunsicherung vor der womöglich vorentscheidenden Gesellschafterversammlung am Dienstag (19.11.2019).

Am Sonntag zeigte der KEV sportlich Nervenstärke. Mit 7:4 (5:0, 1:2, 1:2) besiegten die Pinguine vor heimischem Publikum die Augsburger Panther. Christian Ehrhoff, Krefelder Eishockey-Idol, machte bei einem Fanmarsch vor dem Spiel mit Hunderten anderer Anhänger Stimmung für die Zukunft des Vereins.

Eishockey-Zukunft in Krefeld hängt an Ponomarev

Aufschluss bringen soll nun die Gesellschafterversammlung. Dabei hängt wohl alles von Ponomarev ab. Im Zwist zwischen dem Hauptgesellschafter und der Pinguine Eishockey GmbH geht es um angeblich seit Monaten unerfüllte Zahlungszusagen Ponomarevs. Der russische Geldgeber, der auch Präsident des Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen ist, weist den Vorwurf zurück.

Zuletzt hatte Hauptgesellschafter Wolfgang Schulz, der seine Anteile wohl grundsätzlich abgeben will, seine ursprünglich erst für nächstes Jahr geplanten Zahlungen vorgezogen und dafür gesorgt, dass die GmbH bis Ende November zahlungsfähig bleibt. Aber was kommt danach?

Szenario eins: Zukunft durch erfolgreiche Umstrukturierung

Sollte bei der Versammlung am Dienstag eine Gesellschafterstruktur ohne Ponomarev umgesetzt werden können, stünden die Zeichen für eine Zukunft des Krefelder Profi-Eishockeys gut. Dafür müsste Ponomarev bereit sein, seine 46 Prozent der GmbH-Anteile (345.000 Euro) zu verkaufen.

Der Krefelder Unternehmer Gerald Wagener soll zu einem Einstieg beim KEV bereit sein. Geschäftsführer Matthias Roos hatte zuletzt erklärt, es gebe "Licht am Ende des Tunnels" und "Menschen in Krefeld", die die Anteile der Hauptgesellschafter übernehmen wollen. Die Schließung der Etatlücke scheint möglich.

Szenario zwei: KEV-GmbH muss vor Weihnachten Insolvenz anmelden

Dass Ponomarev am Dienstag persönlich erscheint, gilt als unwahrscheinlich. Zwischen ihm und dem KEV gibt es seit Wochen keinen Kontakt. Vermutet wird, dass er sich von seinem Anwalt vertreten lässt. Roos forderte ihn am Sonntag bei Magenta Sport zu einem Bekenntnis auf: "Wir wissen nicht, was die Intention von Herrn Ponomarev ist. Da muss er sich eben klar äußern. Wenn er alles blockiert, wird es verdammt schwer."

Sollte die Umstrukturierung nicht gelingen und Ponomarev sich querstellen, stünde die Pinguine GmbH wohl noch vor Weihnachten vor der Insolvenz.

DEL: Wenn Klubs plötzlich von der Bildfläche verschwinden Sportschau 16.10.2019 09:52 Min. Verfügbar bis 16.10.2020 Das Erste

jti/sid | Stand: 18.11.2019, 15:46