Krefeld Pinguine kämpfen mit Unruhe beim Neustart

Die Spieler der Krefeld Pinguine stehen enttäuscht auf dem Eis

Krefeld Pinguine kämpfen mit Unruhe beim Neustart

Von Julian Tilders

  • Fans der Kölner Haie solidarisieren sich mit Pinguinen
  • Insolvenz droht: Streit mit Gesellschafter Ponomarev
  • KEV-Ikone Pietta richtet emotionale Worte an die Fans

Gegenseitige Unterstützung sieht man zwischen rivalisierenden Fans selten. Und doch war diese am Sonntag (13.10.2019) im Eishockey-Derby zwischen den Krefeld Pinguinen und den Kölner Haien (2:3) zu sehen.

"Krefeld ist Pflicht. Tradition ersetzt man nicht!", hieß es auf dem Banner, das die Kölner Fans im Gästeblock hochhielten. Auf dieses Zeichen der Solidarität reagierten die Pinguine auf Instagram: "Danke für euren Support!"

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Prekäre Lage bei Krefeld Pinguinen

Hintergrund für diese Aktion ist die wirtschaftliche Lage beim Krefelder Eishockeyklub. Es droht die Insolvenz, Insidern zufolge fehle in der Vereinskasse ein etwa sechsstelliger Betrag.

Zuletzt hatte Geschäftsführer Matthias Roos die Probleme öffentlich gemacht und Gesellschafter Mikhail Ponomarev aufgefordert, seinen Zusagen gegenüber dem Verein nachzukommen. Der Klub habe "ein akutes Problem", falls sich kein anderer Gesellschafter fände.

Ponomarev, der auch beim Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen involviert ist, warf dem Klub in einer exklusiven WDR-Stellungnahme vor, ihm falsche Informationen über die Finanzlage übermittelt zu haben. Dies bezeichnete wiederum der KEV als "schlichtweg gelogen".

Nach Informationen der Westdeutschen Zeitung sollen nun Gespräche mit neuen Partnern laufen, auch ehemalige Geldgeber würden Hilfsbereitschaft signalisieren.

Reid schöpft Hoffnung, Pietta im Fan-Dialog

KEV-Trainer Brandon Reid bei der Pressekonferenz nach dem Köln-Spiel

KEV-Trainer Brandon Reid.

Sportlich blickt Krefeld auf einen schwachen Saisonstart zurück. Nach elf Spielen weist das Punktekonto nur acht Zähler auf, die letzten sieben Spiele gingen verloren. Dabei sollten die Playoff-Plätze nach dem Umbruch mit elf Ab- und neun Zugängen anvisiert werden. Trainer Brandon Reid urteilte: "Einsatz, Wille und Kampfgeist haben in den letzten Partien gefehlt", doch gegen Köln habe er "diese Eigenschaften endlich wieder gesehen." Es sei ein Schritt in die richtige Richtung gewesen.

Die Fans des KEV halten zu ihrem Team. Am Sonntag zeigten sie ein Banner mit der Aufschrift: "Alles geben für unser Leben. Krefeld für immer Eishockeystadt." Stürmer und Identifikationsfigur Daniel Pietta richtete über Instagram emotionale Worte an die Fans: "Bei allem Frust, Ärger und den vielen Schlagzeilen (...) möchte ich es nicht versäumen, euch zu danken." Das Team habe den "Support" gespürt.

Pietta führte weiter aus: "Wir als Spieler können die wirtschaftliche Situation nicht beeinflussen, aber wir wollen unsere sportliche Antwort geben." Die nächste Chance dazu gibt es am Freitag (18.10.2019, 19.30 Uhr) zu Hause gegen Wolfsburg.

Krefeld Pinguine - Mit mehr Erfahrung in die Play-offs? Sportschau 11.09.2019 03:05 Min. Verfügbar bis 11.09.2020 Das Erste

Stand: 14.10.2019, 15:40