Alles neu: Krefeld Pinguine treiben Umbruch voran

Spieler der Krefeld Pinguine stehen auf dem Eis

Alles neu: Krefeld Pinguine treiben Umbruch voran

Von Julian Tilders

  • Strategischer Umbruch bei Krefeld Pinguinen im Gange
  • Veränderungen auf und neben dem Eis
  • Selbst Vereinslogo bekommt neues Design

Als Mitte April feststand, dass die Krefeld Pinguine nach langem Hin und Her eine Zukunft in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) haben, war die Erleichterung bei Klub und Fans groß. Ein Schweizer Unternehmen stieg ein - und brachte Ex-DEL-Profi Roger Nicholas als Interessenvertreter mit.

Der 62-Jährige hat beim KEV die Doppelspitze in Personalunion übernommen: Der US-Amerikaner bekleidet sowohl den Posten des Geschäftsführers als auch den des Sportdirektors. Sein Assistent ist der 24 Jahre junge Sergey Saveljev, der auch den Scouting-Bereich übernimmt. Matthias Roos, der die Geschicke des Klubs zuvor über dreieinhalb Jahre leitete, hatte im Mai die Vertragsauflösung erbeten. Offiziell scheidet er am kommenden Freitag (31.07.2020) aus.

Niederberger: "Möchte mehr Eiszeit haben"

Der neue starke Mann Nicholas soll den KEV langfristig wieder wettbewerbsfähig machen. Seit der Saison 2014/15 wurden die Pre-Playoffs nicht mehr erreicht. Leon Niederberger (24 Jahre), der jüngst von der Düsseldorfer EG den Weg nach Krefeld fand und nach Marvin Cüpper und Lucas Lessio der dritte Neue ist, deutete zuversichtlich an: "Ich möchte in die Mannschaft kommen, weil in Krefeld gerade viel passiert und es der Beginn von etwas Neuem ist."

Neuer Coach in Krefeld ist der 63-jährige Glen Hanlon, ein ehemaliger kanadischer NHL-Spieler. Er war bereits Headcoach der Washington Capitals (NHL), der Vancouver Giants (WHL) und der Schweizer Nationalmannschaft. Niederbergers Wechsel ist diesbezüglich auch an Erwartungen geknüpft. „Ich erhoffe mir unter Trainer Glen Hanlon eine andere Rolle als zuletzt in Düsseldorf und ich möchte dabei auch mehr Eiszeit haben. Vor meiner Verletzung habe ich bei der DEG in der zweiten Reihe gespielt und auch gescort. Danach habe ich aber nur noch in der vierten Reihe gespielt und hatte andere Aufgaben", erklärte er der "Rheinischen Post".

Zukunftsplan ohne Costello und Pietta

Nicholas will Krefeld zu einem Aus- und Weiterbildungsort für junge Spieler machen. Langfristig sollen zudem "sechs bis acht, vielleicht sogar zehn Spieler" aus der eigenen Jugend (KEV 81) kommen, sagte er über die neue Strategie, die durchaus einen harten Schnitt darstellt.

Denn die Zusammenarbeit mit einigen erfahrenen Spielern ist nicht mehr vorgesehen. Topscorer Chad Costello (33), der in 104 Partien für den KEV 37 Tore und 69 Vorlagen beisteuerte, bekam keinen neuen Vertrag. Und Vereinsikone Daniel Pietta (33), der in 792 Partien 209-mal traf und 422 Assists gab, hat zwar noch fünf Jahre Vertrag - spielt in den Planungen aber keine Rolle mehr. Das brachte einen Großteil der Fans auf die Barrikaden. Auch Mit-Gesellschafter Dirk Wellen äußerte sich damals über Social Media: "Das ist es nicht, wofür einige Mitstreiter und ich mehrere Monate gearbeitet haben. Aber natürlich hat der neue Hauptgesellschafter das Recht, seine Entscheidungen durch- und umzusetzen."

Auch Vereinslogo neu konzipiert

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Passend zum Umbruch wechselte der Verein jüngst sogar sein Logo aus. "Der stolz und erhaben dreinblickende Pinguin veranschaulicht den fokussierten Blick in die Zukunft“, hieß es vom Verein dazu. Der Umbruch beim KEV findet auf allen Ebenen statt - auf und neben dem Eis.

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Stand: 26.07.2020, 11:40