Eishockey | DEL

DEL: Trainer Krupp nennt die Gründe für die Krise der Kölner Haie

Stand: 21.01.2022, 15:53 Uhr

In der Deutschen Eishockey Liga stecken die Kölner Haie in der Krise. Im Interview vor dem Derby gegen die Düsseldorfer EG betreibt KEC-Trainer Uwe Krupp Ursachenforschung.

Von Julian Tilders

Uwe Krupp fehlt das Eis. Die Kabine, die Mannschaft. Der ehemalige deutsche Bundestrainer tigert in den eigenen vier Wänden herum. Denn der Coach der Kölner Haie wurde positiv auf das Corona-Virus getestet. Dem 56-Jährigen geht es aber gut. Der WDR erreicht Krupp in seinem "Quarantäne-Büro" zu Hause. "Ich bin so einer, der in den Testreihen symptomfrei rausgefischt wurde", erklärt der Coach.

Kölner Haie kämpfen gegen Abwärtstrend in DEL

Gesundheitlich plagen Krupp keine Kopfschmerzen - wohl aber beim Blick auf die Kölner Negativserie. Die Haie stehen nur noch auf Rang zehn. Zuletzt gingen die Derbys gegen Krefeld und Düsseldorf verloren, es waren die Pleiten Nummer sieben und acht in Serie.

Krupp: "Niemand hat Angst vor der DEG"

Krupp hat vor dem Fernseher das DEG-Spiel sehr aufmerksam verfolgt. Denn am Sonntag (23.01.2022, 17 Uhr) steht schon wieder das Derby gegen Düsseldorf an - ein vorgezogenes Spiel des 46. Spieltages.

Haie-Coach Krupp: "Unsere Misere begann mit den Covid-Fällen" Sportschau 21.01.2022 01:17 Min. Verfügbar bis 21.01.2023 ARD

Mut macht Krupp die Anfangsphase der letzten Partie: "Bis zum 0:1 haben wir gut gespielt - wenn wir so spielen, dann sieht es nochmal anders aus." Er fügt an: "Bei uns hat niemand Angst vor der DEG."

KEC-Krise: Zusammenwirken vieler Faktoren

Bei der Ursachenforschung für die Ergebniskrise benennt Krupp zunächst das fehlende Selbstbewusstsein. "Wir stehen uns auch selbst im Weg, indem wir uns mit vielen Strafzeiten das Leben schwer machen, vorne fehlt das Erfolgserlebnis. Aber es ist nicht nur unser Unterzahl- oder Überzahlspiel."

Krupp benennt damit einen Einfluss durch die Pandemie: "Dieses Jahr hatten wir die Weichen gut gestellt. Bis wir die ersten Coronafälle hatten. Anfang Dezember hatten wir neun Fälle in der ganzen Truppe mit Staff. In einer Phase mit 15 Spielen in 30 Tagen. Das hätte zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen können."

Kölner Haie keine "Zauberkünstler"

"Ohne zu jammern", betont Krupp, sei das Thema Personal eine Herausforderung. "Da sind wir beim Faktor Stabilität, weil wir bei Corona-Fällen nicht richtig trainieren können und die Spieler trennen. Die Identität der Mannschaft definiert sich nicht über Zauberkünstler - das ist eine Arbeitertruppe, die 60 Minuten lang marschieren muss. Dafür brauchen wir Spieler, Rückkehrer und müssen trainieren können."

Haie-Coach Krupp: "Die gesamte DEL leidet unter der Pandemie" Sportschau 21.01.2022 01:08 Min. Verfügbar bis 21.01.2023 ARD

Unter dieser Prämisse würde sich spielerisch wieder einiges verbessern. "Unser Unterzahlspiel leidet durch die Verletzung von Lucas Dumont - der spielt sonst von den zwei Minuten anderthalb. Auch Alex Roach, Colin Ugbekile, Mark Olver - die konnten wir nicht kompensieren. Und dann müssen die, die offensiv Akzente setzen sollen, auch Unterzahl spielen."

Corona-Pandemie beeinflusst Haie und ganze DEL

Krupp ist bewusst, dass auch andere von Ausfällen betroffen sind. "Die gesamte DEL leidet [unter der Pandemie, d. Red.]. Es gibt keinen regulären Spielbetrieb. In der einen Stadt wird das Spiel abgesagt, das Gesundheitsamt schickt das Team in Quarantäne, bei der nächsten Mannschaft wird drauf beharrt, mit zehn plus eins zu spielen." Er ergänzt: "Da kannst du davon ausgehen, dass das Spiel auch verloren wird."

Krupp zweifelt aber nicht daran, dass sich der Erfolg wieder einstellt. Erstmal tüftelt er aber noch aus dem Homeoffice an der Trendwende. Am Samstag kann er sich "freitesten" und hofft auf die Rückkehr zum Derby: "Wenn der Test immer noch positiv ist - dann wäre das sehr enttäuschend."