DEL - Krise: Offensivprobleme bei den Kölner Haien

Kölns Jon Matsumoto schiebt den puck am Tor des EHC München vorbei

DEL - Krise: Offensivprobleme bei den Kölner Haien

Von Michael Buchartz

  • Haie unterliegen trotz Chancenplus in Ingolstadt
  • Zu wenig Tore bisher erzielt
  • Fans bemängeln Kaderzusammenstellung

36 Torschüsse haben die Kölner Haie am Sonntag (06.10.2019) beim 1:3 in Ingolstadt auf das gegnerische Tor abgefeuert - heraus kam nur ein Tor. Zu wenig für einen Sieg. Mit großen Ambitionen waren die Haie in die Saison gestartet: Playoffs und vielleicht ein Wörtchen mitreden im Meisterschaftskampf, wenn es gut läuft. Nach neun Spieltagen ist man Vorletzter und Ernüchterung eingetreten in Köln-Deutz.

Schwache Torausbeute ein Problem

Das Problem des KEC ist die Offensive. Nicht einmal zwei Tore pro Spiel haben die Kölner bisher erzielt. Die aktuellen Spitzenteams aus München und Straubing liegen bei vier Treffern pro Partie. An Torchancen mangelte es zumindest gegen Ingolstadt nicht. "Wir belohnen uns nicht für den Aufwand", sagte Chefcoach Mike Stewart nach dem Spiel.

Trotzdem war die Partie ein Schritt vorwärts im Gegensatz zu leblos wirkenden Haien bei den empfindlichen Niederlagen gegen Nürnberg und München, als kein eigener Treffer gelang.

KEC-Fans bemängeln Kaderstärke

Längst wird in Fankreisen über die Mannschaft, aber vor allem auch Sportdirekor Mark Mahon diskutiert. Der Vorwurf ist ein zu schwacher Kader: Es sei kein Spieler da, der von der blauen Linie einen Distanzschuss wagt und niemand, der gefährlich vor das Tor zieht, um eventuell Abschlüsse abzufälschen.

Seit 2016 im Amt, erreichte der Klub unter Mahon kein einziges Mal das Playoff-Finale um den Titel. Nach dem katastrophalen Saisonstart wächst die Befürchtung der Anhänger, dass nicht nur die Spitzenklubs Mannheim oder München den KEC auf Dauer überholen könnten.

Chefcoach Stewart bleibt gelassen

Was man festhalten muss: Der EHC München scheint auch in diesem Jahr das Maß aller Dinge zu sein. Die Münchner haben alle Partien bisher gewonnen, mussten noch keinen Zähler abgeben. Dahinter scheint die Liga eng zu sein und jeder kann jeden schlagen. Auch die Haie haben schon bewiesen, dass sie mit entsprechender Chancenverwertung mithalten. So schlugen sie beispielweise den Meister Adler Mannheim.

Doch nach vier Niederlagen in Folge wäre ein Sieg langsam wieder Pflicht. Stewart ist sich trotz der erneuten Niederlage gegen Ingolstadt sicher, dass der Erfolg zurückkehrt: "Wir hatten doppelt so viele Torschancen wie der Gegner. Wenn wir weiter so spielen wie heute, werden wir noch jede Menge Partien gewinnen."

Haie verlieren knapp in Berlin

Sportschau 20.09.2019 00:45 Min. Verfügbar bis 20.09.2020 ARD

Stand: 07.10.2019, 10:22