Eishockey - Haie leiden, DEG jubelt

Kölns Moritz Müller (v.) und Dominik Tiffels im Duell mit Düsseldorfs Alexander Barta (l.)

Eishockey - Haie leiden, DEG jubelt

Nach dem 11. Spieltag vor leeren Zuschauertribünen fällt die Zwischenbilanz der zwei größten NRW-Eishockeyklubs unterschiedlich aus. In Düsseldorf wird gejubelt, Köln schaut betreten.

Die Zuschauerränge waren nicht schlecht gefüllt am Donnerstagabend, als die Kölner Haie den Nachbarn Düsseldorfer EG zum Eishockey-Derby in der KölnArena empfingen. Allerdings dürften sich die 1387 Pappkameraden, die auf den Tribünen montiert waren, angesichts der Vorstellung des Heimteams mit Grausen abgewendet haben - das klare 1:5 gegen die DEG bedeutete die sechste Niederlage in Folge. Der Trend bei der DEG deutet in die entgegengesetzte Richtung: Es war der fünfte Sieg in Serie.

Auch in der zweigeteilten Tabelle der Deutschen Eishockey-Liga macht sich das natürlich bemerkbar: Während die Düsseldorfer gleich hinter den derzeit führenden Mannschaften aus Bremerhaven und Berlin auf Rang drei liegen, dümpeln die Haie abgeschlagen auf Platz sechs. Nur einen Rang vor den Krefeld Pinguinen. Die haben es fertiggebracht, nach neun gespielten Partien noch gänzlich ohne Pluspunkt dazustehen. Positiv wird der bisherige Saisonverlauf beim vierten NRW-Team, den Iserlohn Roosters, aufgenommen: Die Sauerländer stehen weitaus besser da als in den vergangenen Spielzeiten und liegen nur einen Zähler hinter der DEG auf Platz vier.

"DEG in allen Belangen überlegen"

Nach der Klatsche gegen die DEG war der Frust bei den Kölnern groß, Trainer Uwe Krupp bemängelte Grundsätzliches: "Das Ergebnis spricht für sich. Düsseldorf war uns in fast allen Belangen überlegen. Sie waren schneller an der Scheibe, haben mehr Zweikämpfe gewonnen und viel Druck auf uns ausgeübt."

Zum ersten Mal waren die Haie in dieser Saison wirklich chancenlos. Zuvor hatten sich eher knappe Niederlagen durch die Saison gezogen. "Wir waren in den vergangenen Spielen immer wieder knapp dran am Sieg", sagte Moritz Müller vor der Partie. "Am Ende fehlte uns manchmal auch die nötige Cleverness. Aber mit den vielen jungen Spielern im Team ist das ein normaler Lernprozess." Tatsächlich sammelten in der laufenden Saison mit Leo Hafenrichter (16 Jahre), Kevin Niedenz (17), Michael Bartuli (18), Maximilian Glötzl (18), Simon Gnyp (19), Julian Chrobot (19) und Jan Luca Sennhenn (20) bereits sieben U20-Spieler aus dem eigenen Nachwuchs DEL-Minuten. Mit Marcel Barinka (19) bekommt ein weiterer "Young-Gun" viel Eiszeit.

Neu: Viel Eiszeit für deutsche Talente

Die zunehmende Eiszeit für junge Spieler ist sozusagen eine wegen Corona erzwungene positive Entwicklung im deutschen Eishockey. "Die bessere Nachwuchsarbeit der letzten Jahre trägt jetzt Früchte, die ersten Jahrgänge kommen jetzt an. Durch die Corona-Situation kriegt der ein oder andere junge Spieler noch mehr eine Chance. Und das ist unglaublich gut für die Liga, wenn wir das Angebot im deutschen Spielerbereich verbreitern", findet DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke.

Generell leiden die Klubs natürlich unter den fehlenden Zuschauereinnahmen, dafür freuen sie sich über gestiegene TV-Quoten. So hat sich der Schnitt der Ligaspiele in den ersten Wochen der Hauptrunde bei MagentaSport gegenüber der Vorsaison mehr als verdoppelt. Attraktiv scheint auch der Spielmodus zu sein, in dem die Spieltage aufgesplittet werden und fast an jedem Abend ein Spiel stattfindet.

Spielmodus steht auf dem Prüfstand

Ob der attraktive Spielmodus auch für die Zukunft ein Modell sein könnte, bleibt noch abzuwarten. "Wir werden im nächsten Sommer wieder Champions League spielen und die internationalen Pausen in vollem Umfang haben. Da muss man einfach gucken, was möglich ist." Die Kölner Haie dürften mit derlei angedeuteten Terminschwierigkeiten kaum in Bedrängnis kommen. Sie sind von Champions-League-Rängen ein gutes Stück entfernt.

oja | Stand: 22.01.2021, 10:27