DEL - Die Achterbahnfahrt der Kölner Haie

KEC-Profi Alexander Oblinger (l.) geht nach der Niederlage gegen Augsburg enttäuscht in die Kabine

DEL - Die Achterbahnfahrt der Kölner Haie

Von Julian Tilders

  • Haie nach Hochphase im Herbst erneut in der Krise
  • Kölner Chefcoach Stewart gibt sich kämpferisch
  • KEC stellt drittschlechteste Offensive - Mahon in der Kritik

Sport ist ein kurzlebiges Geschäft. Das müssen diese Saison auch die Kölner Haie feststellen: Nachdem der KEC im Herbst 2019 nach einer überstandenen ersten Schwächephase noch kräftig punktete und sich erstmals auf einen direkten Playoff-Platz schob, sieht es aktuell nach acht Pleiten in Serie wieder alles andere als rosig aus.

Beim 3:6 (0:2, 2:1, 1:3) am Sonntag (19.01.2020) gegen die Ice Tigers Nürnberg gab es für die Haie durchaus Chancen, das Spiel an sich zu reißen und die Nürnberger in der Tabelle zu distanzieren, unter anderem sorgte jedoch auch das schwache Powerplay des KEC letztendlich für die Niederlage.

Nürnberg wird zum Dauergegner

Die Haie haben direkt zwei weitere Möglichkeiten zu zeigen, dass sie es gegen Nürnberg doch können. Bereits am Donnerstag (19.30 Uhr) gibt es zu Hause die Chance auf eine Revanche - und nur fünf Tage später steigt am Dienstag (19.30 Uhr) das Nachholspiel gegen die Ice Tigers vom 25. Spieltag, ebenfalls in Köln.

"Wir werden unsere Schlüsse aus dem Spiel in Nürnberg ziehen und in eigener Halle wieder alles reinwerfen", gab sich Haie-Chefcoach Mike Stewart nach der Pleite im Gespräch mit den Klubmedien kämpferisch. Drei Spiele in kurzer Zeit gegen denselben Gegner - für Kölns Frederik Tiffels hat das "fast schon Playoff-Charakter".

Playoffs: Alarmglocken läuten

Stichwort Playoffs - womöglich muss Köln sich mit der Playoff-Atmosphäre in den Duellen gegen Nürnberg begnügen. Der KEC droht, die Endrunde noch zu verpassen. Auf Rang acht haben die Haie 52 Zähler auf dem Konto und elf Punkte Rückstand auf Platz sechs, der zur direkten Endrundenteilnahme qualifiziert.

Besorgniserregend ist aber eher der (schwindende) Abstand nach unten: Die Ice Tigers sind auf einen Punkt herangerückt und stehen auf Platz zehn. Dahinter wartet schon Augsburg als Elfter mit nur drei Punkten Rückstand auf Köln. Das Verpassen der Pre-Playoffs wäre für den KEC der Super-GAU.

Defensive weitestgehend stabil - Offensive schwach

Zuletzt traten wieder alte Probleme auf. Bereits Anfang Oktober herrschte Unmut über die mangelnde Effektivität in der Offensive, Sportdirektor Mark Mahon stand in der Kritik. Diese wird auch jetzt wieder laut: Der KEC stellt die drittschlechteste Offensive der Liga (92 Tore), was auch am erfolglosen Powerplay, das Geduld, Übersicht und Passsicherheit vermissen lässt, liegen dürfte. Top-Schütze des KEC ist Jason Akeson, der mit sieben Toren und 17 Vorlagen bezeichnenderweise in diesem Ranking nur auf Platz 50 der Liga steht.

Und hinten? Bis Anfang Dezember agierte Köln in der Abwehr sehr stark, ließ nur 59 Gegentore (damals drittbester Wert) zu. Das Defensivbollwerk hält laut Statistik bisher auch noch stand. Köln steht im Abwehr-Ranking aktuell auf Platz fünf (112 Gegentore). Dort, wo die Haie eigentlich in der richtigen Tabelle gerne stehen würden.

DEL - Kölner Haie verlieren auch gegen Krefeld Sportschau 06.01.2020 01:55 Min. Verfügbar bis 06.01.2021 Das Erste

Stand: 20.01.2020, 18:07