DEG-Headcoach Roger Hansson (M.) spricht auf der Bank mit seinen Düsseldorfer Eishockey-Profis

Düsseldorfer EG – das Basteln an der Offensivkraft

Stand: 28.11.2022, 09:51 Uhr

In der Deutschen Eishockey Liga (DEL) liegt die Düsseldorfer EG sportlich im Soll. Bei der Offensivbilanz gibt es aber Luft nach oben – und wohl mittelfristig weiteren Handlungsbedarf.

Einen großen Kampf geliefert, am Ende aber doch im Penaltyschießen verloren. Immerhin einen Zähler nahm die Düsseldorfer EG beim amtierenden DEL-Meister Eisbären Berlin (2:3 n.P.) am Sonntag (27.11.2022) mit.

Gefreut haben dürfte sich Headcoach Roger Hansson über eine verbesserte Leistung des Teams im Vergleich zum schwachen Auftritt gegen Augsburg, auch über das erste Tor des 18-jährigen Sturmtalents Edmund Junemann. Und die Beteiligung von Eigengewächs Nick Geitner, eigentlich Verteidiger, der wieder als Angreifer die vierte Reihe ergänzte.

Luft nach oben in Düsseldorfer Offensive

Denn die DEG liegt zwar unter dem neuen Trainer sportlich durchaus im Soll und belegt wie schon in der vergangenen Saison zu diesem Zeitpunkt einen einstelligen Tabellenplatz (aktuell Rang neun). Aber gerade in der Offensive ist noch Luft nach oben bei den Rheinländern.

Eishockey-Profi Brendan O'Donnell von der Düsseldorfer EG

Düsseldorf-Stürmer Brendan O'Donnell bei seinem vorerst letzten Spiel gegen Nürnberg.

Nur drei Teams, namentlich Schwenningen, Augsburg und Bietigheim, erzielten bislang weniger Treffer als die DEG (60). Viele Verletzungen, wie die des kanadischen Torjägers Brendan O'Donnell, dem im Spiel gegen die Nürnberg Ice Tigers Anfang November die Achillessehne mit einer Schlittschuhkufe durchtrennt worden war, taten ihr Übriges. O'Donnell hatte bis dahin in zwölf Spielen alleine sechs Tore erzielt und acht weitere vorbereitet.

DEG-Rückkehrer Bittner: Übergangs- oder doch Dauerlösung?

Nun steht erneut das Duell mit den Nürnbergern an (Dienstag, 19.30 Uhr), die punktgleich mit Düsseldorf sind (33) und ein direkter Konkurrent um die Playoff-Ränge. Paul Bittner, den Düsseldorf am Sonntag als Ersatz präsentierte, im DEG-Trikot ordentlich Spielminuten bekommen.

Der US-Amerikaner war bereits in der letzten Saison nachverpflichtet worden und hatte in 26 Einsätzen sechs Tore und fünf Vorlagen beigesteuert. Danach war er zu den Stavanger Oilers (Norwegen) gewechselt. Weil er "keine Eingewöhnungszeit" benötige, sei er laut Sportdirektor Niki Mondt nun eine sofortige Hilfe.

Das Arbeitspapier des 26-jährigen Linkshänders beim Klub aus dem Rheinland ist erneut nur kurzfristig gültig, der Kontrakt gilt bis Ende der Saison. Allerdings könnte sich Bittner bei entsprechender Leistung nach zwei Zeiten als Übergangslösung womöglich auch für eine weitere Saison im DEG-Sturm-Ensemble empfehlen.

Auslaufende Verträge: Fischbuch und Eder nächstes Jahr weg?

Denn es zeichnet sich ab, dass Mondt kreativ werden und schon am Angriff für die neue Eiszeit basteln muss. Gerüchteweise stehen die offensiven Leistungsträger und deutschen Nationalspieler Daniel Fischbuch und Tobias Eder vor dem Abgang, ihre Verträge laufen zum Saisonende aus. Die beiden zeichnen bisher mit Toren und Assists zusammen für die Hälfte der DEG-Treffer verantwortlich.

Fischbuch könnte bei den Adlern Mannheim Markus Eisenschmid ersetzen. "Fischbuch ist ein guter Spieler, der auf dem Markt ist. Wir beschäftigen uns mit seinem Namen. Aber auch andere Vereine wollen ihn haben", erklärte Adler-Manager Jan-Axel Alavaara der "Schwetzinger Zeitung" jüngst.

DEG-Sportdirektor mit anspruchsvoller Aufgabe

Auch Mondt betonte gegenüber der "Rheinischen Post" zuletzt: "Eder und Fischbuch sind als Nationalspieler sehr begehrt. Es gibt einfach Klubs, die finanzkräftiger sind und andere Titelchancen bieten."

Man müsse sich in Düsseldorf damit anfreunden, dass ab und an "einer weggeschnappt" werde. "Dann ist es meine Aufgabe, neue zu finden oder Spieler in neue Rollen zu bringen."

Quelle: jti