Krefeld Pinguinen droht das Aus

Dimitri Pätzold bei seiner letzten Partie für die Krefeld Pinguine in Ingolstadt.

Krefeld Pinguinen droht das Aus

  • Gesetzte 48-Stunden-Frist verstrich ergebnislos
  • Pinguinen droht Eröffnung eines Insolvenzverfahrens
  • Zwei Lösungsvorschläge lagen auf dem Tisch

Es ist und bleibt eine monatelange Hängepartie um die Zukunft der Krefeld Pinguine: Die am Dienstag (21.01.2020) gesetzte 48-Stunden-Frist zur finanziellen Rettung verstrich am Donnerstagabend (23.01.2020) ergebnislos. Bei einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung am Dienstagabend hatte es zuvor nur diesen Aufschub gegeben.

Der Geschäftsführer der Pinguine, Matthias Roos, hatte anschließend von zwei Lösungsvorschlägen gesprochen, die erarbeitet wurden. Die würden sowohl eine Insolvenz vorerst abwenden als auch eine gute Grundlage bilden für einen Lizenzantrag für die kommende Saison in der Deutschen Eishockey-Liga, erklärte Roos. Wie die beiden Vorschläge aussehen, darüber wurde offiziell Stillschweigen vereinbart.

Zwei Lösungsvorschläge auf dem Tisch

Allerdings scheint klar, dass die möglichen Lösungswege bereits in den vergangenen Monaten diskutiert wurden. Entweder übernimmt der Hauptgesellschafter Energy Consulting die Mehrheit der Anteile, bei dem im Hintergrund nach wie vor der umstrittene russische Investor Mikhail Ponomarev die Fäden ziehen soll. Oder es steigt ein neuer, bislang namentlich nicht bekannter Geldgeber bei den Pinguinen ein und das Stammkapital wird erhöht.

Nach Aussagen von Pinguine-Geschäftsführer Roos hätten sich am Dienstagabend alle Seiten mit beiden Möglichkeiten einverstanden erklärt. Der Anwalt von Energy Consulting wolle die Optionen jedoch noch einmal mit seinen Verantwortlichen intern besprechen, hieß es weiter. Bis Donnerstagabend (23.01.2020) sollte eine endgültige Entscheidung fallen.

Kurzfristig werden 400.000 Euro benötigt

Der Meister von 1952 und 2003 benötigt nach eigener Aussage kurzfristig 400.000 Euro. Die derzeitigen Mittel reichen demnach nur noch bis zum Ende der Woche. Ohne frisches Geld müsste der Klub einen Insolvenzantrag stellen.

Geschäftsführer Roos hatte eine Etat-Unterdeckung bereits vor Monaten öffentlich gemacht. Grund dafür seien angeblich ausgebliebene, aber zugesagte Zahlungen von einem der beiden Haupt-Gesellschafter - Energy Consulting. Bei der Firma war bis Herbst noch der Präsident des Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen, Michail Ponomarew, Geschäftsführer.

Klub und Gesellschafter ringen nach Lösung

Laut Anwalt der Firma gebe es aber keine Zahlungsverpflichtung. Zudem könnten die von Roos kolportierten fehlenden Summen nicht überprüft werden, da Energy Consulting keine Einsicht in die Finanzbücher des Klubs erhält. Seit Monaten ringen Klub und Gesellschafter erfolglos um eine Lösung.

Die Krefelder Fans hatten beim jüngsten Heimspiel gegen die Adler Mannheim via Videowürfel noch einmal mit einem emotionalen Aufruf auf die Lage aufmerksam gemacht, Krefelder Eishockeygrößen wie Christian Ehrhoff haben den Kampf um den Standort in den letzten Monaten ebenfalls unterstützt.

Selbst wenn der Insolvenzantrag verhindert werden kann, ist eine Zukunft in der DEL von der kommenden Saison an fraglich. Die Pinguine haben seit Jahren finanzielle Probleme, schon bevor Energy Consulting als Gesellschafter eingestiegen war.

DEL - Kölner Haie verlieren auch gegen Krefeld Sportschau 06.01.2020 01:55 Min. Verfügbar bis 06.01.2021 Das Erste

red/sid | Stand: 23.01.2020, 22:23