Uwe Krupp, Cheftrainer der Kölner Haie, blickt nachdenklich drein

Eishockey | DEL

Ergebniskrise: Kölner Haie und DEG kämpfen um "Scheibenglück"

Stand: 06.01.2022, 13:20 Uhr

In der Deutschen Eishockey Liga rutschen die Düsseldorfer EG und die Kölner Haie im Gleichschritt ab. Den letzten Erfolg gab es jeweils um Weihnachten herum. Nicht nur die Ineffizienz in der Offensive ist ein Thema.

Neues Jahr, neues Glück. So heißt es im Volksmund und auch oft im Sport. Zum Beispiel, wenn eine Negativserie einem Klub den Jahresabschluss vermiest hat. Allerdings missglückte den Kölner Haien und der Düsseldorfer EG auch der Start ins Jahr 2022 gründlich.

"Scheibenglück" fehlt – Schwache Torausbeute kostet Punkte

Köln kassierte am Mittwochabend (06.01.2022) die fünfte Niederlage in Folge, ein 3:4 gegen Aufsteiger Bietigheim. Bezeichnend: Die Haie waren spielbestimmend, hatten zum Start des Schlussdrittels schon 42 Schüsse abgegeben. Doch mehr Tore erzielte mal wieder der Gegner – wenngleich dieser eine reine Kontertaktik verfolgte.

Trainer Uwe Krupp gab nach der Partie auf der Klub-Homepage zu Protokoll: "Wir hatten mehr vom Spiel und waren dominant. Die Disziplin war gut." Allerdings sei zu bemängeln, "dass wir ein paar Torchancen liegengelassen haben."

Der 56-Jährige ergänzte: "Du kannst als Coach nicht kontrollieren, ob der Schlussmann den Torschuss hält und ob der letzte Spieler vorm Tor die Scheibe im Kasten unterbringt." Seine Analyse schloss er mit der Feststellung: "Uns fehlt nur noch das Scheibenglück."

DEG mit besonderen Schwierigkeiten gegen Underdogs

Dieses "Scheibenglück" fehlt auch der DEG. Sinnbildlich: Während der Erfolgsserie Anfang Dezember mit sechs Siegen schoss Düsseldorf 23 Tore. Die DEG, die zuletzt mit Verletzungssorgen zu kämpfen hatte, brach dann in der zweiten Dezemberhälfte ein.

Auch das erste Spiel im neuen Jahr (1:3 gegen den Tabellenvorletzten Schwenningen) ging trotz der Rückkehrer Daniel Fischbuch, Tobias Eder und Marco Nowak verloren. Partie sechs in Serie ohne Erfolg. Dabei erzielte das Team von Trainer Harold Kreis nur sieben Tore.

Fischbuch: "Chancen waren da"

"Wir haben die ersten zwanzig Minuten etwas verschlafen. Danach waren genügend Chancen für uns da, wir hätten nicht verlieren müssen", erklärte Fischbuch nach der Schwenningen-Pleite bei "MagentaSport", an der auch Wild-Wings-Goalie Joacim Eriksson (46 Paraden) Anteil hatte.

Und auch die DEG hatte wie Köln jüngst Probleme mit weiteren Underdogs, etwa Bietigheim (0:3). Nach dem letzten Spiel des alten Jahres lobte Kreis gegenüber der "Rheinischen Post" "viel Scheibenbesitz", Düsseldorf sei "aber nicht in die gefährliche Zone gekommen" und habe "keine Strafzeit provoziert." Und zuvor hatte die DEG bereits mit 2:4 gegen die Iserlohn Roosters verloren.

Zweite Baustelle: Defensive und Unterzahl-Verteidigung

Doch es krankt bei den Traditionsklubs auch in der Verteidigung. Köln-Trainer Krupp sah in letzter Zeit "viele Strafzeiten" seines Teams, das sich damit selbst in die Bredouille brachte.

Denn sobald etwa die KEC-Gegner in Powerplay-Situationen kamen, wurde es jüngst für die Haie brenzlig. So gingen die Haie schon gegen eigentlich arg personalgeschwächte Mannheimer 1:5 unter, weil die Adler effizent waren: Vier von sechs Powerplays nutzte das Team von Pavel Gross gegen die Haie für ein Tor.

Alleine in den letzten fünf Spielen musste Köln 23 Gegentreffer hinnehmen und versaute sich die Bilanz – die Haie haben nun mit 118 Gegentoren die zweitschwächste Defensive. Auch die DEG kassierte 17 Gegentore in den vergangenen sechs Spielen.

In der Tabelle abgerutscht – Derby als Krisengipfel?

Köln rutschte auf Platz acht ab, die direkten Playoff-Ränge könnten bei einem Lauf jedoch wieder in Reichweite rücken. Düsseldorfs Negativtrend führte die Rheinländer sogar auf den zehnten Platz (Pre-Playoffs).

Weiter geht es für Köln mit einem Gastspiel in Schwenningen (Freitag, 19.30 Uhr). Im Parallelspiel empfängt die DEG Tabellenführer und Meister Berlin zum Duell. Sofern der Knoten für beide in den nächsten Partien nicht platzen sollte, könnte es am 16. Januar zum Krisengipfel kommen – dann steht das rheinische Derby an.

Eishockey: Kölns Negativserie hält auch gegen Fischtown Pinguins an

Morgenmagazin 04.01.2022 01:32 Min. Verfügbar bis 04.01.2023 Das Erste

Quelle: jti