NRW: Corona-Lockerungen - mehr Zuschauer bei Sportveranstaltungen

Die Popularität des Fußballs hat in der Pandemie gelitten.

NRW: Corona-Lockerungen - mehr Zuschauer bei Sportveranstaltungen

Die NRW-Landesregierung hat mit der Vorstellung der neuen Corona-Schutzverordnung auch weitgehende Lockerungen für den Sport verkündet. Die Zuschauerobergrenze von 25.000 fällt im Oktober weg.

Auf diesen Moment haben die NRW-Klubs in der Fußball-Bundesliga lange gewartet. Ab dem 1. Oktober dürfen sie noch mehr Fans in ihre Arenen lassen und den nächsten Schritt Richtung Vollauslastung gehen.

"Die aktuellen Infektionszahlen und der Fortschritt bei den Impfungen ermöglichen uns weitere Schritte in Richtung Normalität",  sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Donnerstag.

Absolute Obergrenze entfällt, die relative wird gelockert

Bei Großveranstaltungen - dazu zählen die Heimspiele der Bundesligisten - entfällt die absolute Obergrenze von 25.000 Zuschauern vollständig. Gleichzeitig wird die relative Obergrenze von 50 Prozent der regulären Zuschauerkapazität bei Großveranstaltungen im Freien gelockert.

"Hier können nun alle Sitzplätze voll belegt werden, wenn die Veranstalterin bzw. der Veranstalter sicherstellen, dass außerhalb der Plätze Masken getragen wird", heißt es in der neuen, bis zum 29. Oktober gültigen Verordnung.

Bundesligist Borussia Dortmund, der am Samstag in der heimischen Arena den FC Augsburg empfängt, hat unmittelbar auf diese Ankündigung reagiert und auf seiner Homepage "in einem ersten Schritt zunächst 11.000 zusätzliche Tickets" für die Partie in Aussicht gestellt. Die 25.000 zuvor schon erlaubten seien ohnehin schon vergriffen gewesen.

In Dortmund - gegen Mainz mehr als 67.000 Zuschauer möglich

Kurzfristig seien die neuen Optionen bei der Auslastung noch nicht im vollen Umfang auszuschöpfen. Der Weg zurück zur Vollauslastung von 81.365 Zuschauern bedürfe aus verschiedenen Gründen einiger Geduld.

"Die neue Coronaschutzverordnung sieht vor, dass wir künftig alle 52.692 Sitzplätze sowie die Hälfte der 28.673 Stehplätze verkaufen dürfen. Das macht in Summe etwas mehr als 67.000 Plätze", sagt Geschäftsführer Carsten Cramer. Aufgrund der "Kurzfristigkeit" lasse sich dies aber erst mit Blick auf das Heimspiel am 16. Oktober gegen Mainz umsetzen.

Neue Coronaschutzverordnung: Mehr Zuschauer in Stadien

WDR aktuell - Der Tag 30.09.2021 09:58 Min. Verfügbar bis 30.09.2022 WDR 3


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1. FC Köln hatte vor Lockerung Ausnahmegenehmigung

Diese Kurzfristigkeit stellt an diesem Wochenende eventuell noch andere Clubs vor das Problem, nicht sofort von den Lockerungen profitieren zu können. Der 1. FC Köln hat sich allerdings bereits vor vier Tagen grünes Licht für 33.000 Zuschauer eingeholt. Am Donnerstagnachmittag folgte die Meldung, der FC dürfe weitere 7.000 Tickets für die Partie gegen Fürth verkaufen. Dies hatte zuvor das Gesundheitsamt Köln genehmigt.

"Die 8000 Tickets, die am Dienstag in den Verkauf gegangen sind, waren innerhalb von 20 Minuten ausverkauft. Deshalb sind wir proaktiv auf das Gesundheitsamt der Stadt Köln zugegangen, um schon gegen Fürth eine Kapazitätserhöhung zu erreichen", sagte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle: "Das ist im Rahmen der neuen Coronaschutzverordnung jetzt möglich."

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Das Gesundheitsamt der Stadt Köln hatte beim NRW-Gesundheitsministerium gemäß der bis Freitag gültigen alten Coronaschutzverordnung eine Ausnahmegenehmigung eingeholt. Der FC habe sie über die Auflagen erhalten, ein 2G-Konzept einzuhalten und das Stadion nur zu zwei Dritteln auszulasten. "Das Kölner Gesundheitsamt wird die Umsetzung dieses Konzepts am Freitag genau beobachten und die Ergebnisse mit dem MAGS auswerten", teilte ein Sprecher der Stadt am Donnerstag auf WDR-Anfrage mit.

Eberl will Sicherheit für Menschen im Stadion

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl

Etwas mehr Zeit hat man bei Borussia Mönchengaldbach, da die "Fohlen" am Samstag erstmal auswärts beim VfL Wolfsburg spielen. Planungen für das nächste Heimspiel am 16. Oktober gegen den VfB Stuttgart sollen aber schon am Donnerstag beginnen. "Das ist alles noch sehr frisch, und wir müssen noch auf den schriftlichen Text warten. Aber wir werden natürlich versuchen, möglichst wieder in die Nähe eines ausverkauften Stadions kommen", sagte Max Eberl.

Bei aller Euphorie wollte der Gladbacher Sportchef jedoch noch keine Entwarnung geben. "Wir sollten das Corona-Thema nicht völlig negieren - es ist noch da. Für die Menschen im Stadion wollen wir Sicherheit haben. Darüber müssen wir uns Gedanken machen, da sind noch einige Fragen zu klären."

Schalke am Sonntag noch einmal mit 25.000 Fans

Beim Fußball-Zweitligisten FC Schalke 04 erhöht sich die Stadionkapazität von derzeit 25.000 auf künftig 54.000 Zuschauer. "Die Nachricht, dass wir die Veltins-Arena fast vollständig mit euch, unseren Fans füllen dürfen, freut uns riesig. Ich bekomme schon jetzt Gänsehaut, wenn ich an die lautstarke Unterstützung von über 50.000 Schalkern denke", kommentierte Sportvorstand Peter Knäbel am Donnerstag.

Wie der Verein mitteilte, wird für die Partie gegen den FC Ingolstadt am Sonntag (13.30 Uhr) jedoch vorerst weiter auf der Grundlage der vorherigen Corona-Schutzverordnung geplant, die maximal 25 000 Fans vorsah.

Stand: 30.09.2021, 17:28