Neue Corona-Schutzverordnung: Sport für Kinder auch bei hoher Inzidenz möglich

Ein leerer Sportplatz

Neue Corona-Schutzverordnung: Sport für Kinder auch bei hoher Inzidenz möglich

Eine landesweite "Notbremse" für den Amateursport in NRW kommt nun doch nicht. Wie viel möglich ist, hängt von dem örtlichen Inzidenzwert ab. Sport für Kinder ist sogar bei einer hohen Sieben-Tage-Inzidenz erlaubt.

Amateursportler in NRW müssen sich nur teilweise auf neue Einschränkungen einstellen. Das geht aus der neuen Corona-Schutzverordnung hervor, die am Freitag veröffentlicht wurde. Demnach gelten ab Montag (29.03.2021) - je nach örtlicher Inzidenz - wieder etwas strengere Regeln. Grundlage ist aber nicht die landesweite Inzidenz, wie ursprünglich angenommen.

Grenze: Lokale Sieben-Tage-Inzidenz

Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Kommune oder einem Kreis an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt, können die strengeren Regelungen von Anfang März wieder in Kraft treten. Sport mit bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten ist dann zum Beispiel nicht mehr erlaubt.

Sport zu zweit oder Einzeltraining mit einem Trainer ist in Gebieten mit hoher Inzidenz weiter erlaubt. Auch Sport für Kinder bis 14-Jahre ist dann weiter möglich, allerdings in kleineren Gruppen. Statt 20 Kindern dürfen nur noch maximal 10 zusammen Sport treiben.

Der Landessportbund NRW lobte diese Regelung auf WDR-Anfrage. Es sei wichtig "dass die aktuell erlaubten Sportmöglichkeiten erhalten bleiben. Dies gilt insbesondere für den Sport von Kindern in Gruppen", teilte der LSB-Vorstandsvorsitzende Dr. Christoph Niessen mit.

Ausnahmen durch Tests

Dazu kommen Ausnahmen: Die Verschärfung der Maßnahmen gilt nicht, wenn die jeweiligen Städte und Kreise mit hoher Inzidenz ein entsprechendes Testkonzept haben und Sportler sich testen lassen.

Zu den Ausnahmeregelungen kommen außerdem ganz neue Möglichkeiten. Ab Montag sind wieder Schwimmkurse für Anfänger möglich. Erlaubt sind Kleinkinderschwimmkurse für Gruppen mit höchstens fünf Kindern. "Nun entsteht endlich auch ein wenig Perspektive für die Schwimmausbildung", so Christoph Niessen vom Landessportbund.

Auch der Tennisverband Mittelrhein ist mit den Neuregelungen des Landes zufrieden. "Wir können weiter draußen Einzel spielen, das ist die Hauptsache", so Präsident Utz Uecker. Er sieht aber auch zwei Probleme. "Die kommunalen Inzidenzwerte machen die Arbeit für uns als Verband natürlich etwas komplizierter." Denn dadurch kommt es zu Unterschieden je nach Kreis oder Kommune. Ein weiteres Problem sei, dass Sportler einfach in Städte mit niedrigeren Inzidenzen fahren könnten.

Inzidenz in NRW über 100

Aktuell liegen mehr als 30 Kreise und Städte in NRW über einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100. Der Wert für ganz Nordrhein-Westfalen liegt bei 121,6. Der Lockdown soll deshalb zunächst bis zum 18. April weiterlaufen.

Stand: 26.03.2021, 15:20