Phoenix Hagen steht unter Druck

Alex Herrera ist nicht zufrieden.

Phoenix Hagen steht unter Druck

  • Pleiteserie der Zweitliga-Basketballer von Phoenix Hagen
  • Dem Klub droht der Absturz in Liga 3
  • Geschäftsführer Patrick Seidel im Interview über die schwierige Lage

Herr Seidel, im Moment läuft es alles andere als gut bei der Mannschaft von Phoenix Hagen. Sechs Pleiten in Folge sind eine ernüchternde Bilanz. Wie steht es um die Stimmung rund um den Klub derzeit?

Patrick Seidel: Die Stimmung ist sehr angespannt. Wir haben elf Spiele gespielt, haben neun Niederlagen kassiert und davon sechs Spiele mit einem Wurf Unterschied verloren, was dann im Detail dann noch schwieriger ist zu analysieren. Manchmal ist es sogar einfacher, wenn man, wie gegen Bremerhaven, Spiele mit 20 Punkten Unterschied verliert - und man dann sagen kann, der Gegner war in der zweiten Hälfte deutlich besser. So dass man sagen kann, dass die Stimmung bei den Fans und den Partnern momentan sehr geladen ist. Wir verspüren nicht nur internen Druck, sondern auch von außen.

Phoenix Geschäftsführer: Sorgen um den Verein angebracht

Sportschau 20.11.2019 00:16 Min. Verfügbar bis 20.11.2020 ARD

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Ist es allein Pech, wenn man so viele Spiele so knapp verliert oder hat das womöglich tiefere Gründe?

Seidel: Es ist sicher beides. Es gibt in jedem Spiel Situationen, in denen man sagt, dass sich ein Spieler nicht clever angestellt hat oder man hätte eine andere Taktik vorgeben müssen. Aber: Wir haben vor dem ersten Spieltag insgesamt mit den Jugendspielern 15 Spieler mit Spielerpässen ausgestattet. Wir sind zwischenzeitlich mit acht Spielern durch Deutschland gereist, davon einer Dauerkrank und ein anderer mit Nasenbeinbruch. Im Moment kommt alles sehr gebündelt alles zusammen.

Hagen - ein traditioneller Standort im deutschen Basketball

Die Stadt Hagen ist ein Basketballstandort mit großer Tradition. Der SSV Hagen war 1966 Gründungsmitglied der Basketball Bundesliga und wurde 1974 deutscher Meister sowie 1975 Pokalsieger. 1990 schloss sich das Team mit dem TSV Hagen zum eigenständigen Verein Brandt Hagen zusammen. Brandt Hagen ging schließlich in der Saison 2003/04 insolvent. Der heutige Zweitligist Phoenix Hagen ist allerdings kein Nachfolgeverein von Brandt Hagen, sondern ging 2004 aus der BG Hagen hervor. Phoenix Hagen spielte von 2009 bis 2016 in der Basketball-Bundesliga.

Hagen ist ein traditioneller Basketballstandort. Kommen die Zuschauer weiterhin zu den Spielen oder bleiben sie zunehmend fern?

Patrick Seidel von Phoenix Hagen

Seidel: Bisher bleibt der Zuschauerschnitt relativ stabil bei über 2000. Das ist völlig in Ordnung und die Fans feuern uns auch an. Auch beim letzten Auswärtsspiel war die halbe Halle in unserer Hand, da sind rund 300 Fans mitgereist. Die Unterstützung der Fans ist absolut erstligareif. Es geht jetzt darum, dass wir sportlich mitziehen und der Funke vom Spielfeld auf die Tribünen überspringt. Aber die Zuschauer sind natürlich alle sehr besorgt und nervös, was mit ihrem Lieblingsverein gerade passiert. Das ist völlig okay, denn uns geht es ja auch nicht anders.

Seidel: "Phoenix-Fans machen immer super Stimmung"

Sportschau 20.11.2019 00:32 Min. Verfügbar bis 20.11.2020 ARD Von Jörg Strohschein

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