Baskets Bonn - der geglückte Umbruch mitten in der Saison

Nach drei Siegen in Folge sind die Baskets Bonn wieder obenauf

Aus der Krise in die Playoffs?

Baskets Bonn - der geglückte Umbruch mitten in der Saison

Von Sebastian Hochrainer

Nach einem schwachen ersten Saisondrittel haben die Baskets Bonn mehrere Entscheidungen getroffen, die Wirkung gezeigt haben. Nun sind sogar die Playoff-Plätze in der BBL wieder erreichbar.

Bei den Baskets Bonn ist in den vergangenen Tagen ein wenig Ruhe eingekehrt. Beim Basketball-Bundesligisten dürfte man diese Momente des Durchatmens auch benötigt haben, nachdem die bisherige Saison äußerst turbulent verlief. Ein Umbruch mitten in dieser Spielzeit sorgte nun jedoch für ein wenig Entspannung.

Nach rund einem Drittel der Saison beurlaubten die Baskets Anfang des Jahres den bisherigen Trainer Igor Jovovic. Bonn hatte zu diesem Zeitpunkt von 15 Ligaspielen erst fünf gewonnen, rutschte nah an die Abstiegszone. Dann kehrte Will Voigt, der die Bonner schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie trainiert hatte, zurück und leitete den Aufschwung ein.

Mit Voigt zurück in die Erfolgsspur

"Das war die beste und effektivste Lösung“, sagte Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich nach der Rückkehr des Coaches. "Ich traue ihm zu, dass wir uns an den restlichen 22 Spieltagen noch in die obere Tabellenhälfte vorkämpfen können."

Will Voigt soll die Baskets Bonn zurück in die obere Tabellenhälfte führen

Will Voigt soll die Baskets Bonn zurück in die obere Tabellenhälfte führen

Fünf Spieltage später sind die Baskets bereits nah dran an dieser Vorgabe. Zwar startete Voigt mit zwei Niederlagen, im Anschluss gab es jedoch drei Siege in Folge. Bonn ist aktuell Zwölfter mit 12:22 Punkten und hat sogar wieder Aussichten auf die Playoffs. Brose Bamberg, aktuell Achter, ist theoretisch sogar mit 18:22 Zählern durch die drei Nachholspiele der Baskets direkt einholbar.

Neuling als sportlicher Leiter

Der Erfolg ist aber nicht nur die Folge des Trainerwechsels. Die Bonner leiteten während der Saison gleich einen größeren Umbruch ein. Mit Savo Milovic übernahm ein langjähriger Jugend- und Co-Trainer des Klubs den vakanten Job des sportlichen Leiters. "Damit wollen wir unserem langjährigen Trainer auch die Möglichkeit bieten, sich in einer anderen Position im Verein weiterzuentwickeln", sagte Geschäftsführer Sebastian Adelt.

Und auch im Kader hat sich in den vergangenen Wochen einiges getan. Anfang Februar kehrte Power Forward Isaiah Philmore zurück zu den Baskets, keine zwei Wochen später gab der Klub die Verpflichtungen von Alex Hamilton (Point Guard) und Jadon Hudson (Flügelspieler) bekannt. Aufbauspieler Josh Hagins verließ die Bonner Richtung BC Thessaloniki nach Griechenland.

Bonner Boss stellen sich der Situation

Der Umbruch ist bislang erfolgreich verlaufen. "Wir sind unseren Fans, Sponsoren und unserem eigenen Anspruch einiges schuldig, deshalb handeln wir so, wie wir handeln", begründete Präsident Wiedlich die Maßnahmen. Was jedoch auffällig ist: Die Entscheidungen betreffen erstmal vor allem die kurzfristige Lage.

Während Voigt auch in der nächsten Saison Baskets-Coach sein wird, haben sowohl Hamilton und Hudson, der zuletzt beim Testspiel gegen Würzburg (76:76) mit 21 Punkten Topscorer war, lediglich Spieler-Verträge bis Saisonende als auch Milovic als sportlicher Leiter. "Savo kann sich nun in die Aufgaben hereinarbeiten und dann entscheiden wir zusammen den weiteren Weg", sagte Adelt.

Erst schneller Erfolg, dann auch langfristig

Die Botschaft der Maßnahmen ist klar: Baskets wollte den kurzfristigen Erfolg, der zu langfristigen Folgen führen kann. Zumindest der erste Teil wurde erfüllt. Sportlich stehen die Bonner wieder deutlich besser da als zu Beginn des Jahres.

Nach den vergangenen drei Siegen innerhalb von acht Tagen soll nach knapp zweiwöchiger Pause am Samstag die Baskets-Serie fortgesetzt werden. Gegen RASTA Vechta (20.30 Uhr) hat Bonn die Möglichkeit, in der Tabelle weiteren Boden auf die erste Tabellenhälfte und die Playoff-Plätze gutzumachen. Bereits im Hinspiel gab es beim Letzten der BBL einen 80:69-Erfolg - und damals war Bonn anders als heute noch ein Krisenteam.

Stand: 24.02.2021, 09:31