Baskets Bonn: Kaderplanung läuft auf Hochtouren

Stand: 24.06.2022, 18:46 Uhr

Nach einer überraschand starken Saison in der Basketball-Bundesliga arbeiten die Telekom Baskets Bonn am Kader für die kommenden Spielzeit. Sieben Kaderplätze sind bereits vergeben, inklusive eines Ersatzes für den abgewanderten MVP Parker Jackson-Cartwright. Ihr Comeback feiern die Bonner auf internationaler Bühne.

Für die Meisterschaft hat es am Ende nicht gereicht. Mit ganz leeren Händen sind die Telekom Baskets Bonn aber nicht aus ihrer überraschend starken Saison in der Basketball-Bundesliga herausgegangen. Denn durch ihren dritten Tabellenplatz nach der Hauptrunde haben sich die Bonner für die Basketball-Champions-League qualifiziert und spielen damit in der kommenden Saison nach zwei Jahren Abstinenz wieder europäisch.

"Es ist für den Verein großartig, wieder zurück im internationalen Wettbewerb zu sein", sagte Baskets-Trainer Tuomas Iisalo. "Das wird eine gute Abwechslung zum Bundesliga-Alltag sein. Direkt für die Gruppenphase gesetzt zu sein, ist ein großer Vorteil und dazu ein Beweis für den Erfolg, den wir in der vergangenen Saison hatten."

Die Baskets konnten sogar wählen, ob sie in der Champions League, oder im EuroCup antreten. Die Entscheidung ist laut Präsident Wolfgang Wiedlich aber schnell gefallen: "Da es im privatwirtschaftlichen EuroCup der Euroleague für uns als Dritter in der BBL-Abschlusstabelle keinen festen Platz gegeben hätte, sondern ein erhebliches Picking-Risiko mit der möglichen Folge, letztlich im FIBA Europe Cup zu spielen, mussten wir uns im Grunde nicht entscheiden. Ich will nicht verhehlen, dass die Telekom Baskets, wie andere BBL-Clubs auch, ein Selbstverständnis-Problem mit einem Wettbewerb haben, der zum Beispiel einen Haupt- bzw. Millionenstadt-Status über die sportliche Qualifikation stellt."

Verträge mit Ward und Kratzer verlängert

Um in der kommenden Saison in Bundesliga, Champions League und Pokal eine gute Rolle zu spielen, brauchen die Baskets einen konkurrenzfähigen Kader. Und da ist in Bonn in den vergangenen Tagen Bewegung reingekommen. Nach dem großen Umbruch im vergangenen Sommer haben die Baskets die Verträge mit Fügelspieler Tyson Ward (bis 2024) und Center Leon Kratzer (bis 2023) verlängert und damit zwei wichtige Stützen weiter an sich gebunden.

Allerdings mussten die Baskets auch schon zwei Abgänge vermelden. Mit Parker Jackson-Cartwright und Skyler Bowlin verlassen beide Point Guards Bonn nach nur einer Saison wieder. Vor allem der Abgang von Jackson-Cartwright schmerzt. Der US-Amerikaner war der Schlüsselspieler der Baskets in der vergangenen Saison. 20,4 Punkte, 7,1 Assists und 2,1 Steals pro Spiel sind nur schwer zu ersetzen. Der 26-Jährige ist für seine starken Leistungen mit Titel des wertvollsten BBL-Spielers der vergangenen Saison (MVP) belohnt worden. Wohin Jackson-Cartwright wechselt, ist noch nicht bekannt. "Die wirtschaftlichen Gesetze im Profisport sind wie sie sind", sagte Wiedlich zum Abgang von Jackson-Cartwright.

Bowlin, vergangene Saison noch Co-Kapitän, wird in der kommenden Saison für die Bakken Bears in Dänemark auflaufen. Mit ihm verlieren die Baskets viel Erfahrung und Wurfqualität. Auch der ukrainische Nationalspieler Oleksandr Lypovyy verlässt die Baskets und kehrt zum BC Prometey in die Ukraine zurück.

TJ Shorts soll Jackson-Cartwright ersetzen

Auf den Abgang von Jackson-Cartwright haben die Baskets schnell reagiert und einen kleinen Transfercoup gelandet. Denn mit TJ Shorts II wechselt der beste Scorer der abgelaufenen BBL-Saison (20,6 Punkte, sieben Assists) von den Merlins Crailsheim nach Bonn. Genau wie Jackson-Cartwright kommt Shorts vor allem über seine Schnelligkeit. Seine Spielidee muss Trainer Iisalo also nicht umstellen. Shorts absolvierte in der vergangenen Saison jedoch nur 21 Spiele, bis ihn eine Brustmuskel-Verletzung außer Gefecht setzte.

"Einen sehr guten Spielmacher zu finden, war in den letzten Jahren immens wichtig und ist uns mit TJ jetzt wieder gelungen. Er hat bereits Erfahrungen in der BBL und internationalen Wettbewerben sammeln können und hat mit seinen 24 Jahren schon einen beeindruckenden Karriereweg zurückgelegt", freute sich Iisalo. "Er wird seine Zeit brauchen, um nach der langen Verletzungspause seinen Rhythmus wiederzufinden, aber wir sind sehr zuversichtlich, dass er als Spieler und als Person sehr gut in unsere Spielkultur und den Verein passen wird."

Und auch der Ersatzmann für Shorts in bereits in Bonn eingetroffen - und der trägt einen bekannten Namen. Am Freitag verkündeten die Bonner die Verpflichtung von Zach Ensminger, Sohn des ehemaligen Bonner Centers Chris Ensminger (2009 bis 2013). Der 21-Jährige spielte bereits in der Jugend für die Baskets, kommt nun aber vom Zweitligisten Artland Dragons aus Quakenbrück. Für die Dragons stand Ensminger in der vergangenen Saison im Schnitt 33 Minuten pro Spiel auf dem Feld und erzielte durchschnittlich 15,6 Punkte und verteilte 4,4 Assists.

"Er hat sehr interessante Fähigkeiten für einen großen, jungen Guard", sagte Iisalo. "Durch seine Größe und Fähigkeiten kann Zach auf beiden Guard-Positionen spielen und uns dadurch viel Flexibilität geben."

Mit Ensminger haben die Baskets nun sieben Spieler für die kommende Saison unter Vertrag. Kapitän Karsten Tadda, Michael Kessens und Eigengewächs Jonas Falkenstein besaßen noch gültige Arbeitspapiere.

Telekom Baskets Bonn: Teamgeist als Erfolgsrezept Morgenmagazin 13.05.2022 01:42 Min. Verfügbar bis 13.05.2023 Das Erste