Den Bonner Baskets läuft die Zeit davon

Enttäuscht: Martin Breunig vom Basketball-Bundesligisten Baskets Bonn.

Den Bonner Baskets läuft die Zeit davon

Von Cora Lanzerath

  • Baskets Bonn beim Debüt von Trainer Will Voigt verbessert
  • Vor allem die Dreierquote bleibt aber ein großes Problem
  • Die Rheinländer sind nun punktgleich mit dem Tabellenletzten

Das erste Spiel von Baskets-Trainer Will Voigt lässt sich wie folgt zusammenfassen: Gut gekämpft aber dennoch verloren. Damit wird die Situation im Abstiegskampf für Bonn immer prekärer. Denn während sich die Rheinländer mit 77:83 den Riesen Ludwigsburg geschlagen geben mussten, feierte der Tabellenletzte Mitteldeutscher BC einen überraschenden 88:87-Sieg über Vechta und schloss damit punktetechnisch zu Bonn und den Hamburg Towers auf.

Voigt war mit dem Auftritt seines Teams dennoch zufrieden. Der Chefcoach lobte vor allem den "Kampfgeist" seiner Bonner: "Große Läufe gegen uns waren in der Vergangenheit oft ein Problem, heute hat die Mannschaft aber wieder zurück ins Spiel gefunden", sagte Voigt nach seinem Debüt auf der Trainerbank: "Vor allem Defensiv war es eine sehr ordentliche Leistung."

Voigt kann keine Wunder vollbringen

Gegen Ludwigsburg zeigte sich aber auch, dass Voigt in den wenigen Tagen keine Wunder vollbringen konnte. Denn die Bonner leisteten sich - wie schon so oft in der Saison - ein ganz schwaches Viertel. Im zweiten Abschnitt gelang ihnen offensiv minutenlang überhaupt nichts. Die Folge war ein 10:0-Lauf der Gäste, die nach 18 Minuten erstmals zweistellig führten.

Ein weiteres Problem waren die Würfe aus der Distanz: Gerade einmal sieben von 36 Dreierwürfen fanden den Weg ins Ziel. "Mit dieser Wurfquote von der Dreierlinie wird es schwierig, ein Spiel zu gewinnen", musste auch Voigt zugeben.

Doch woran liegt es, dass die Bonner sich in dieser Bundesliga-Saison so schwer tun? Eine Frage, die die Verantwortlichen schleunigst beantworten müssen. Ansatzpunkte zumindest gibt es viele. So entpuppte sich die Entscheidung der Baskets, die Saison mit nur fünf Ausländern zu beginnen, rasch als Fehler. Um die Qualität im Kader zu steigern, wurde schon zweimal nachgebessert - bislang mit mäßigem Erfolg.

Hinzu kommt das Fehlen einer klaren Hierarchie im Team: Kein Profi stand bislang mehr als 25 Minuten pro Spiel auf dem Feld. Und dann ist da noch das hohe Durchschnittsalter, das bei den zwölf Rotationsspielern bei knapp 29 Jahren liegt. In vielen Partien wirkte die Mannschaft schlicht nicht fit genug.

Gießen als Schicksalsspiel an Karneval

Viel Arbeit also für den neuen Mann an der Seitenlinie, dessen Vertrag in Bonn nur bis zum Saisonende läuft. Immerhin hat Voigt nun zehn Tage Zeit, an den Schwachstellen seiner Mannschaft zu arbeiten, ehe an Karnevalssamstag (22.02.2020) mit der Partie gegen die Gießen 46ers zumindest stimmungsmäßig einer der Saisonhöhepunkte ansteht.

Sportlich ist es für die Baskets Bonn aber schon so etwas wie ein Schicksalsspiel. Denn danach warten mit Würzburg und Bamberg zwei Gegner, die deutlich spielstärker sind als die Rheinländer. Irgendwann aber muss ein Befreiungsschlag her. Sonst läuft dem Klub, dem 20 Playoff-Teilnahmen in 23 Bundesliga-Jahren gelangen, langsam aber sicher die Zeit davon.

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Sportschau 05.12.2019 32:23 Min. Verfügbar bis 05.12.2020 ARD

Stand: 13.02.2020, 10:28